Die Schatzkiste

Kleines und Feines, Schönes und Schräges, Witziges und Nachdenkliches. Kunst und Schmuck für die schönen Seiten des Lebens, die Geschichten dazu und ein paar private Gedanken.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Bratkartoffelverhältnis

Habt Ihr Euch auch schon mal gefragt, woher das Wort Bratkartoffelverhältnis eigentlich kommt? Wie ich da jetzt draufkomme? Na ja, einer meiner Freunde aus Twitter fragte mich, ob ich Eines hätte. Worauf ich antwortete, es sei im Moment wohl eher ein Zwiebelkuchenverhältnis. Was wiederum daran liegt, dass ich beim Wein Schubert (Dieburger Straße 64, Darmstadt) unter http://www.da-stadt.de/wein.htm auf ein leckeres Zwiebelkuchenrezept gestoßen bin.

Da ich a)blond und
b) eine Frau bin

hab ich mich sofort darauf gestürzt ohne groß darüber nachzudenken, dass 6 kg Zwiebeln für den normalen Hausgebrauch vielleicht doch ein kleines bisschen viel sein könnten. Abgesehen einmal davon, das ich vom Zwiebelschälen jetzt Oberarme wie Arnold Schwarzenegger in "Conan der Barabar" habe, fehlte mir die Riesenpfanne um alles anzubraten...... Aber das ist mal ein anderes Thema.

Zurück zum Bratkartoffelverhältnis. Wie kommt die gute, alte, deutsche Bratkartoffel nur zu einem solchen, sagen wir mal, doch leicht negativ behafteten Image? Laut Wikipedia handelt es sich bei einem Bratkartoffelverhältnis um "eine lose Liebesbeziehung ohne Trauschein". Entstanden ist das Wort nach den Weltkriegen, als es viele aus der Not geborene Zweckbeziehungen gab.

Das gab mir reichlich Grund über meine eigene Situation nachzudenken. Gut - Trauschein haben der MANN und ich nicht. Und das ist auch gut so! Sogar ich als Blondine bin begrenzt lernfähig. Und schließlich war ich über 20 Jahre mit dem besten aller Ex-Ehemänner verheiratet. Kommt mir kein Kerl mehr dauerhaft in`s Haus!

Ich mein, es ist doch so. Der MANN kommt Samstag und geht Montag wieder. Anschließend brauche ich einen halben Tag um die Wohnung wieder in einen einigermaßen begehbaren Zustand zu versetzen und sämtliche Vorräte in Kühlschrank und Speisekammer zu ergänzen.

Und trotz intensivster Bemühungen ist es mir immer noch nicht gelungen, auch nur die einfachsten Regeln einer gemeinsamen Haushaltsführung in den  MANN reinzukriegen. Neulich fragte ich ihn zum Beispiel, ob es vielleicht helfen würde, an den Mülleimern Schilder anzubringen, wo draufsteht, was jeweils reingehört. "Wieso"? fragt er. "Na, weil`s schön wär`, wenn Du Deinen Müll da reintun würdest, anstatt ihn überall `rumliegen zu lassen"! "Ich kann Dich doch fragen" sagt er. "Und warum hast Du das nicht gemacht?" "Weil Du schon geschlafen hast"! Die letzten 5 Jahre oder was???

Oder die Sache mit der Microwelle. Also der MANN ist Techniker, angeblich jedenfalls. Und bringt es nicht fertig, sich was in der Microwelle aufzuwärmen, ohne dabei entweder die Uhr zu verstellen oder das Teil dazu zu bringen, verwirrte und höchst nervende Piepstöne von sich zu geben. Von den fettigen Fingerabdrücken auf der Scheibe will ich mal gar nicht erst anfangen. Ich meine, das Teil hat einen Griff. Der ist nicht nur zum Aufmachen - nein, damit kann man die Tür auch wieder schließen!

Und die Sache mit der Dusche erst. Jedesmal wenn MANN duscht, steht das gesamte Bad unter Wasser. Dummerweise hat MANN zur Zeit keine eigene Dusche, er baut nämlich um. Seit vergangenen März, um genau zu sein......Weil sein Bad soooo groß ist. Ca. 3qm würde ich mal schätzen. Zum Duschen kommt er also öfter. Und jedesmal muss ich hinterher das Bad putzen, weil - ihn stört es ja nicht wenn man zum Klo schwimmen muss. Von der leidigen Geschichte mit dem ewig offen stehenden Klodeckel ganz zu schweigen.

Gebrauchtes Geschirr wegräumen geht irgendwie auch nicht. Dabei hab`ich sogar eine Spülmaschine, bin nämlich von Haus aus eher der bequeme Typ. Tür auf, Geschirr rein, fertig. Aber nicht mal das klappt. Alles steht irgendwo rum. In der Küche, im Wohnzimmer und neulich fand ich beim Staubsaugen sogar mal einen Teller mit Spagettiresten unter`m Bett!

Manchmal frage ich mich wirklich, warum ich das eigentlich mitmache. Vermutlich liegt es daran, dass ich eben doch nur begrenzt lernfähig bin. Oder vielleicht sind es auch masochistische Anwandlungen. Und irgendjemand muss ja jetzt auch den ganzen Zwiebelkuchen essen......

In diesem Sinne - bis zum nächsten Mal. Meinen Dank für die Inspiration geht diesmal übrigens an den lieben Eilander!

Eure Ingrid