Die Schatzkiste

Kleines und Feines, Schönes und Schräges, Witziges und Nachdenkliches. Kunst und Schmuck für die schönen Seiten des Lebens, die Geschichten dazu und ein paar private Gedanken.

Samstag, 5. Dezember 2009

Twitter ist wie Stammtisch ohne Kneipe

als ich vor einem knappen halben Jahr überlegte, wie ich meine Schmuck-Eigenkreation vermarkten könne, riet mein Bruder mir zu diesem Blog. Gut und schön, sagte ich, aber wie mache ich ihn bekannt? Und mein Bruder sagte, na ganz einfach - mit Twitter! Und ich: Twitter - was ist das denn?

Ungläubiges Staunen zunächst. Wie - Du kennst Twitter nicht??? Dann ein kurzer Crashkurs in Microblogging. Überzeugt war ich davon nicht.

Ich dachte mir, das ist wieder so was für diese Computerfreaks - ihr wisst schon, die Leute die mit leicht irrem Blick 23,5 Stunden täglich vor ihrer Kiste hocken, sich überwiegend von Kaffee ernähren, ihren Schreibtsich mit irgendwelchen öminösen Ausdrucken und überquellenden Aschenbechern dekorieren und deren direkte zwischenmenschliche Kontakte sich auf den Pizzalieferservice beschränken. Für mich rangierten diese Leute gleich nach denen, die behaupten, schon mal von Außerirdischen entführt worden zu sein.

Aber, dachte ich, testen wir es halt mal. Kostet ja nix. Und Michael, mein Bruder, macht auch immer noch einen ziemlich normalen Eindruck. Also kann es wohl nicht schaden, sich einen Twitteraccount zuzulegen. Hab ich dann auch getan. Und mich damit in die Abhängigkeit begeben........

Weil - die Sache ist nämlich die: über Twitter lernt man ganz schnell und völlig unkompliziert Leute kennen. Und - sofern man das möchte - auch ziemlich gut. Was eigentlich erstaunlich ist, denn man hat maximal 140 Zeichen pro Nachricht (Tweet).

Ganz nebenbei übt man dabei übrigens, sich kurz und präzise auszudrücken. Daher würde ich dem einen oder anderen Politiker durchaus mal Twitter ans Herz legen!

Jedenfalls baute ich mir so relativ schnell und unkompliziert einen neuen Bekanntenkreis auf, Leute mit gleichen und unterschiedlichen Interessen, aus allen möglichen Altersklassen, Berufen und solzialen Schichten. Angestellte, Arbeitssuchende, Studenten, Rentner. Menschen mit Visionen, Ideen, Sorgen und Problemen. Menschen die da sind, wenn man mal nicht so gut drauf ist und die sich mir dir freuen, wenn etwas Tolles passiert. Menschen wie Du und ich eben. Kein irrer Blick, keine Aliens im Hinterzimer.


Irgendwann kam dann das Bedürfnis, den einen oder anderen real kennenzulernen. Und siehe da - auch das geht vollkommen unkompliziert. Weil nämlich die erste Hemmschwelle wegfällt. Man kennt sich halt schon ein bisschen. Dann ist es easy, sich auf einen Kaffee zu treffen. Entweder es funktioniert oder eben nicht.

Und am 04.12.2009 war es dann endlich soweit - das erste Twittertreffen in Darmstadt. Jan von meinda.de und Kalle (@darmstadt_news) haben das einfach klasse organisiert. @saxotom sorgte für den musikalischen Backround. @eol79 hat für echo-online berichtet, es gab sogar einen Livestream bei Radio Darmstadt. Witzig war, wir haben auch da wieder mit unseren "mobilen Endgeräten" gesessen und in die Welt hinaus getwittert. Jemand, der nicht weiß worum es geht, wird das sicher etwas merkwürdig finden. Natürlich haben sich Grüppchen gebildet. Ist ja auch logisch, man verfolgt sich gegenseiteig, twittert miteinander und kennt sich mehr oder weniger. Aber daneben ist es auch schön, neue Gesichter zu sehen und ich bin sicher, auch da ergibt sich wieder der eine oder andere persönliche Kontakt.

Neulich fragte mich übrigens jemand, was twittern mir eigentlich bringt. Da gibt es Verschiedenes. Man sucht etwas, braucht einen Tipp - irgendwer hat die Antwort. Ein kleines Beispiel: neuer Job, tolles Büro - aber kein Drucker am Arbeitsplatz! Habe ich dann getwittert und ein paar Tage später hatte ich einen, samt Druckerpatronen. Ein lieber Twitterer hatte einen zuviel. Aber das Wichtigste ist: ohne Twitter hätte es diesen schönen Abend beim "Wein-Schubert" nicht gegeben. Mit einer Ausnahme (@migowa) hätte ich vermutlich niemand aus der Runde kennengelernt - und das wäre wirklich schade! Deshalb hoffe ich auch für die Zukunft auf viele, viele Tweets, nette Menschen und weitere Twittertreffen mit Twitterlemon, Tlühweihn und heißen Twaronen......

Bis dann,

Eure @schatzkiste!

Ach ja - bevor ich es vergesse: meine ursprüngliche Intention, nämlich meinen Schmuck zu vermarkten, ist inzwischen vollkommen in den Hintergrund gerückt. Wichtig sind die Menschen, nicht der Zweck. Dennoch habe ich mich riesig gefreut, dass @FrauGucci von meinen Kreationen so begeistert ist - also vielen Dank nach München an dieser Stelle!