Die Schatzkiste

Kleines und Feines, Schönes und Schräges, Witziges und Nachdenkliches. Kunst und Schmuck für die schönen Seiten des Lebens, die Geschichten dazu und ein paar private Gedanken.

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Frohe Weihnachten


Ich wünsche Euch allen ein frohes, geruhsames und besinnliches Weihnachstfest und einen guten Start in ein positives neues Jahr. Und mein guter Vorsatz für das kommende Jahr: mehr bloggen!

Liebe Grüße!

Ingrid

PS.: die Antwort lautet ja! Ich musste den Hund unter Androhung von Gewalt nötigen, die Mütze zu tragen..... nicht sehr weihnachtlich, ich weiß. Ich mach`s auch nicht wieder. Versprochen!

Sonntag, 14. November 2010

Wochenende!

und wieder einmal ist es so gut wie um, das Wochenende. Gott sei Dank möchte ich sagen. Gestern ging ja gerade noch so. Keine nennenswerten Verpflichtungen, wenn man einmal von einer selbstauferlegten absieht,  nämlich jeweils Samstag und Sonntag joggen zu gehen. Mindestens 45 Minuten. Was mir normalerweise auch Spaß macht. Nicht aber bei orkanartigen Windböen und Regen wie gestern vormittag...... das erschwert das Laufen doch immens. Vor allen Dingen, wenn man, wie ich, über Feld, Wald und Wiese läuft. Die Wege verwandeln sich in Null komma nichts in Schlammpisten und bei  jedem Schritt hat man das Gefühl, Gewichte mit sich herumzuschleppen. Ist aber nur Matsch, der an den Schuhen klebt. Und das Ganze dann noch bei ordentlich Gegenwind......

Leider konnte ich das Joggen aber nicht auf den Nachmittag verschieben, da musste ich nämlich an "meine" Supermarktkasse. Wie immer in letzter Zeit war viel los, auch wenn es ausnahmsweise mal keine besonderen Vorkommnisse gab. Jedenfalls keine, über die es sich zu berichten lohnt. Nur der ganz normale Wahnsinn eben. Um 23.00 Uhr bin ich dann wie tot ins Bett gefallen, mein Kopf hat den Aufschlag aufs Kissen schon nicht mehr mitbekommen.

Heute früh dann ein ungewohntes Klingeln. Ich öffnete vorsichtig eine Auge, mein Wecker zeigte gerade mal 9.04 Uhr. Eigentlich eine ganz passable Zeit, aber nicht für mich. Und schon gar nicht sonntags. Ich das Auge wieder zu und die Decke über den Kopf. Das Klingeln ließ  sich davon aber nicht beirren und hielt hartnäckig an. In der Zwischenzeit war es mir gelungen das lästige Geräusch als das Läuten meines Bürohandys zu identifizieren. Also sicherheitshalber doch mal rangehen, vielleicht brennt das Büro ja gerade ab oder wir hatten Einbrecher oder was weiß ich denn. Es war aber nur mein Boss.

"Hab ich Dich etwa geweckt?" Neeeee - wo denkst Du denn hin. Ich steh sonntags immer mitten in der Nacht auf, dachte ich, sagte es aber nicht. Will ja auch am Endes dieses Monats mein Gehalt überwiesen bekommen.  Ich also: "Nein bin wach, was ist denn?"   Er "ja -  wolltest Du nicht heute ins Büro kommen?"  Ich (unterdrücktes Gähnen....) "ja - aber erst heute Nachmittag". Ich muss dazu sagen, Freitag, als das Wetter grottenschlecht war, hatte ich beschlossen, mich mal für ein paar Stunden ganz in Ruhe an unsere New York Planung zu setzen. An sich eine gute Idee, nur hätte ich besser die Klappe gehalten..... Chef: "na ja, dann leg ich Dir ein paar Sachen auf Deinen Schreibtisch, kannst ja heute Nachmittag mal gucken, ob Du das erledigen kannst". Na prima, das war jetzt eigentlich nicht der Sinn der Übung.

Nachdem meine Nachtruhe also ein solch appruptes Ende gefunden hatte, quälte ich mich aus dem Bett. Ein Blick aus dem Fenster zeigte mir einen strahlend schönen Tag. Klasse, denke ich. Wie komm`ich jetzt wieder raus aus der Nummer? Aber erst mal joggen. Kann keiner behaupten, ich hätte keine Diziplin. Diesmal bei Traumwetter und 17°C. Und das am 14. November. Ich also mit Luna einmal um den Reinheimer Teich. Wir hatten beide unseren Spaß. Ich beim Laufen - Luna auf einem frisch gegüllten Acker, der mir irgendwie entgangen ist. Vermutlich weil ich gerade mit krampfhaft Luftholen oder so etwas abgelenkt war. Die Runde um den Teich ist deutlich länger als meine normale Laufstrecke. Zuhaus also erst mal den Hund duschen. Was übrigens nicht gerade eine Lieblingsbeschäftigung des Hundes ist. Das hatte dann zur Folge, das nicht nur der Hund nass war, sondern auch ich, das komplette Bad, der Flur, die Küche und einfach jeder Platz, den das kleine Monster in eingeseiften und klatschnassem Zustand mit seiner Anwesenheit beehrt hat. Also praktisch die komplette Wohnung, außer dem Schlafzimmer, da war glücklicherweise die Tür zu. Bedeutet: erst mal Wohnung putzen. Der Hund zerfetzte inzwischen das Handtuch, mit dem ich ihn eigentlich abtrocknen wollte. Anschließend war meine Laune dann so im Keller, dass ich dachte, auf ein paar Stunden Büroarbeit kommt es jetzt auch nicht an. Also ab ins Auto und in die Firma. Wo ich dann tatsächlich 3 produktive -  und verglichen mit dem restlichen Tag - ruhige Stunden verbracht habe. Und so hätte es dann eigentlich auch weitergehen können, wenn ich nicht auf die Wanhsinnsidee verfallen wäre, noch Zwiebelkuchen zu backen. Was dann noch mal 2 Stunden gedauert hat und ein anschließendes Großreinemachen meiner Küche erforderlich machte. Jetzt hab ich Schwimmhäute zwischen den Fingern vom vielen Putzen und Hund baden. Und ich bin müde. Zum Glück ist morgen Montag und ich darf wieder arbeiten gehen!

Samstag, 25. September 2010

Frösche küssen

Ich bin da kürzlich über ein  Buch gestolpert (im übertragenen Sinne, natürlich)  mit dem schönen Titel:

"Wann kommt denn eigentlich der blöde Prinz auf seinem bescheuerten Gaul" oder so ähnlich.

Und das bringt mich doch glatt wieder zu meinem momentanen Lieblingsthema - der Partnersuche via Internet. Ich hatte ja schon einmal darüber berichtet. Nun, inzwischen sind ein paar Wochen in`s Land gegangen und ich bin um einige Erfahrungen reicher. Frustrierende und schöne, Erfahrungen die kein Mensch wirklich braucht, einige seltsame, aber auch ganz witzige.

Da war zum Beispiel die Sache mit diesem Picknick an der Mosel. Werd ich wohl nie vergessen. Mal ganz abgesehen davon, dass eine 1.58m kleine Zwergin und ein 2.02m Riese rein optisch schon etwas seltsam zusammen aussehen, meine ich jetzt. Aber OK, dachte ich, wir wollen ja auch nicht das Traumpaar im Standardformationstanz werden. Als er mich also fragte, ob nicht nicht Lust hätte, zu ihm an die Mosel zu einem Picknick zu kommen, war ich gleich Feuer und Flamme. Mehr anstandshalber fragte ich noch, ob ich denn etwas mitbringen könne, denn ich wähnte mich ja eingeladen. "Ja", sagte er "bring doch einfach mit, worauf Du Lust hast". Und da ich sowieso einkaufen musste, hab ich halt ein paar leckere Dinge wie Lachs und Posecco gekauft, in eine Kühltasche gepackt und durch sage und schreibe 4 (!!!) deutsche Bundesländer an die Mosel transportiert. Er brachte dann auch etwas mit, nämlich  Essensreste vom Vortag. Genauer Königsberger Klopse und Kartoffelpüree..... Hatte ich schon erwähnt, wie sehr ich Kapern hasse? Und dann hat er auch noch gemeckert, weil ich kein Eis zum Nachtisch dabei hatte.....

Also, das war schon ein Highlight. Aber nicht ganz so high, wie folgende Geschichte:

netter Kontakt, witzige Mails gingen über ein paar Wochen hin und her. Schließlich war klar: wir wollten uns kennenlernen und verabredeten uns in einem Cafe in Darmstadt. Das Wetter war gut, man konnte draußen sitzen, der Laden war brechend voll.  Wir unterhielten uns auch gut, alles total normal sozusagen. Bis zu dem Moment, als er eine Tüte unter dem Tisch hervorzauberte und meinte, er hätte ein Geschenk für mich. Zum Vorschein kamen - eine Augenbinde und Fußfesseln. Im ersten Moment war ich einfach nur sprachlos. Wirklich. Diese Wortlücke nutzte er, um mir mitzuteilen, dass er bereits ein Hotelzimmer zwecks weiterer Freizeitgestaltung gebucht hätte........Das war jetzt übrigens die jugendfreie Version seiner Ansage. In der Zwischenzeit hatte ich aber das Stadium der Sprachlosigkeit überwunden und hab ihm eine filmreife Szene hingelegt. Und die Moral von der Geschichte: das erste Treffen IMMER auf neutralem Boden!

Es gab auch einige weniger spektakuläre Begegnungen und ein oder zwei richtig nette. Mein Prinz war noch nicht dabei, aber soll ich Euch mal was sagen: das Frösche küssen macht auch so ziemlich viel Spaß. Ich seh das inzwischen locker. Ist doch eigentlich schön, Single zu sein.  Wenn ich mich so in meinem Bekanntenkreis umsehe, denke ich immer wieder: Herzlichen Glückwunsch Ingrid. Du hast es echt gut. Keiner da, der die Zahnpasta an der falschen Stelle plattdrückt, den Klodeckel nicht zu macht und am Essen herum mäkelt. Ich muss keine Hemden bügeln und jeden Samstag die Sportschau gucken. Und langweilig ist mir auch nicht, ganz im Gegenteil. Sollte es mir wider Erwarten aber doch irgendwann langweilig werden, lese ich einfach das oben erwähnte Buch. Falls das dann auch nicht hilft, kann ich ja immer noch in ein Kloster eintreten. Bevorzugt in ein Männerkloster.......

Dienstag, 3. August 2010

Spaßfabrik.......

Also Leute, DAS muss ich Euch jetzt noch schnell erzählen. Ich war nämlich gestern bei so einer Verkaufsparty.

Meine Kollegin hat mich schon vor Wochen eingeladen, im Büro, bei Vollstress, sozusagen zwischen Tür und Angel beziehungsweise zwischen zwei Telefonaten, 50Mails und dem dringenden Ruf von el Cheffe. Ich geb zu, ich hab gar nicht richtig hingehört und dachte nur so bei mir, dass ich ja eigentlich schon genug Plastikschüsseln im Schrank hab. Andererseits ist es wirklich eine sehr liebe Kollegin und was tut man da  nicht alles. Auf eine Tupperparty mehr kommt es da auch nicht an.

Und dann gibt es bei derartigen Veranstaltungen immer reichlich zu trinken, meist auch etwas zu essen, ein Gastgeschenk und man lernt neue Leute kennen. Also hab ich zugesagt.

Gestern war es dann soweit. Ich also direkt nach einem stressigen Bürotag ab ins Auto und zur Kollegin gedüst. Da haben wir dann gleich mal einen kleinen Prosecco gezwitschert, aber nur einen ganz kleinen, weil, ich musste ja noch fahren. Dann ging`s um die Ecke zur Freundin, die das Ganze veranstaltet hat. Die angebrochene Flasche haben wir gleich mal mitgenommen, sah bestimmt nett aus, wir zwei beiden hübschen mit der offenen Proseccoflasche durch den Ort..... Die Leute haben jedenfalls schon mal ganz schön komisch geschaut.

Bei der Freundin angekommen, waren die meisten anderen schon da. Ich kannte erst mal niemand, aber das macht ja nichts und hat sich dann im Laufe des Abends auch gründlich geändert. Lauter nette Mädels, alle gut drauf, keine Männer. Aber die gehen ja auch eher weniger zu Tupper-Partys. Auf dem Tisch die üblichen Utensilien, also was zum Knabbern und reichlich geistige Getränke. Die Verkaufsdame war auch schon da, mitgebracht hatte sie einen großen Koffer. Na, dachte ich, die hat ja wohl das ganze Sortiment mitgeschleppt...

Da wir die letzten waren konnte es dann auch gleich mal losgehen.

Die Verkaufsdame stellte sich erst mal vor: "Hallo, ich bin die Anja, Eure Dildofee."

Aaah ja - Dildofee. Wieso Dildofee? Hä?

Und ich so: ja wie jetzt - seit wann macht mach Tupper denn auch Sextoys? Schallendes Gelächter um mich herum. Kollegin machte große Augen: von Tupper hab ich doch gar nix gesagt.....

Die Anja hatte derweil schon mal ausgepackt. Lauter Sachen, die normalweise  so nicht auf einem Küchentisch herumliegen..... Dann ging`s aber erst mal ganz harmlos los, nämlich mit einem Badezusatz. Der wurde in einer Glasschüssel angerührt und hatte eindeutig etwas von einem  Zaubertrank - schön blau das Ganze! Da durfte dann jeder mal seine Hände darin baden. Ganz wie früher in der Palmolivwerbung mit Frau Tilly. Es roch gut und prickelte irgendwie ganz angenehm. Und dabei hatte ich nur die Hände drin. .... Also gleich mal einen Vermerk im Hinterkopf machen: das wird auf jeden Fall gekauft. Egal ob ich nach dem Baden ausschaue wie ein Schlumpf!

Dann gab`s diverse Massageöle, Cremes und Gels in allen möglichen Geruchs- und Geschmacksrichtungen. Richtig gehört: Geschmacksrichtungen. Alles nämlich voll lebensmittelecht und essbar. Die Frage nach den enthaltenen Kalorien konnte allerdings nicht zufriedenstellend beantwortet werden.Getestet wurde an den Unterarmen, immer schön drauf mit den duftenden Ölen. Außerdem hatte Anja Duftkerzen mit angeblich aphrodisierender Wirkung dabei. Nach 20 Minuten intensiven Testens roch es im dem Raum wie ein einem dreistöckigen babylonischen Puff und mir wurde leicht übel. Deswegen bin ich erst mal raus auf den Balkon, zu den Rauchern, da roch es deutlich besser. Dabei hätte ich dann fast den eigentlichen Hauptact des Abends verpasst, schließlich heißt die Dildofee ja nicht ohne Grund so.

Witzige Sachen gibt es da, alles schön bunt, teilweise mit lustigen Gesichtern, in verschiedenen Größen und Formen. Der Fantasie sind offensichtlich keine Grenzen gesetzt. Und alles zum anfassen und ausprobieren. Also nicht so richtig natürlich, man bleibt brav angezogen! Aber es ist bestimmt ein erhebender Anblick, wenn 8 bis 10 - zu diesem Zeitpunkt bereits mehr oder weniger beschickerte - Frauen sich die diversen Modelle zum testen - an die Nasenspitze drücken. Ich hoffe mal, dass das niemand mit versteckter Kamera gefilmt hat. Das wär mir jetzt echt peinlich, irgendwie.....

Und natürlich wurde reichlich diskutiert. Über die ideale Form und Größe zum Beispiel. Manche von den Teilen sind ja richtig niedlich, auch für`s kleine Handtäschchen geeignet. Kommentar von Anja: auf die Größe allein kommt`s doch nicht an. Muss ja nicht immer gleich im Hals kratzen.....ähm. An der Stelle hab ich dann doch noch mal einen kleinen Prosecco genommen.

Anschließend ging es dann zum finalen Verkaufsgespräch ins Nachbarzimmer. Komisch eigentlich. Nachdem man vorher alles gemeinsam befühlt, berochen und ausgiebig besprochen hat, darf irgendwie keiner mehr erfahren, wer nun was kauft (dabei hätte ich das jetzt ganz besonders interessant gefunden).

Na ja, man muss ja auch nicht alles verraten, nicht wahr. Also bleibt auch mein Einkauf ein Geheimnis. Von den ganzen Massageölen, Cremes und Gels hab ich allerdings Abstand genommen, zum Einen natürlich wegen der vorhergehenden Geruchsexplosion. Und der Hautausschlag geht hoffentlich bald wieder weg...... Vielleicht hätte ich auch nicht gerade ALLES testen sollen,  der Platz auf meinem Armen ist nun mal beschränkt. Jedenfalls fühlt es sich irgendwie gar nicht gut an. Und juckt. Wenn ich bedenke, dass das normalerweise an ganz anderen Körperregionen angewendet wird - also lieber erst gar nicht darüber nachdenken!

Aber - ein witziger Abend war es in trotzdem. Ich hab viel gelacht, ein paar interessante Eindrücke mitgenommen, nette Mädels kennengelernt. Und bei der Gelegenheit: hat jemand von Euch Lust auf eine kleine Verkaufsparty? Gibt es nämlich demnächst hier!

Sonntag, 25. Juli 2010

Über den Rand der Welt.......

hat mir doch die Tage mal jemand gesagt, dass Reinheim und überhaupt unsere Ecke hier am Rand der Welt liegt, so ziemlich genau an der Stelle, wo Gefahr besteht im bodenlosen Nichts zu verschwinden..... und wenn ich ihn nicht so gut leiden könnte, würde er mir dafür büßen!


Also - wenn das der Rand der Welt ist,  will ich hier nie mehr weg!





Hier die Welt doch wenigstens noch ein Stück weit in Ordnung.

Samstag, 10. Juli 2010

Partnersuche

Das Singledasein ist ein merkwürdiger Zustand. Ich kann mich noch sehr gut an die Situation von vor einem Jahr erinnern, als man  meine beziehungstechnische Gesamtsituation bestenfalls als unbefriedigend bezeichnen konnte. Dem einen oder anderen ist vielleicht diese Story noch im Gedächtnis:

http://ingridsschatzinsel.blogspot.com/2009/10/auf-vielfachen-wunsch-brandheiss-teil-1.html

Damals schien mir das mit dem Single sein so ziemlich das ertstrebenswerteste aller Ziele. Nun ja, was soll ich sagen, die Zeiten ändern sich.....

Wie findet Frau von heute den nun ihren Mr. Right? Das ist nämlich gar nicht soooo einfach. Wenn Du in ein Restaurant gehst, sitzt Du in aller Regel alleine am Tisch und langsweilst dich. Das kannst Du dann zuhause günstiger haben.  Gehst Du stattdessen alleine in eine Kneipe oder ein Bar, bekommst Du schnell Kontakte - der eindeutigen Art. Und die Jungs wird man dann manchmal gar nicht mehr so einfach los.

Also dachte ich: ich kaufe meine Bücher bei Amazon, ersteigere Klamotten bei ebay und buche meinen Urlaub übers Internet - warum also nicht auch den Mann fürs Leben dort finden?

Ich kann Euch sagen - das artet in Arbeit aus! Erst mal die richtige Plattform finden. Bei den meisten darf man nämlich gleich mal saftig Kohle abdrücken. Wenn das dann wenigstens ein Qualitätsmerkmal wäre, gäbe es dagegen auch nichts einzuwenden. Ist es aber nicht. Oder die fünf Plattformen, die ich versucht habe, waren die falschen...... Ich meine es gibt ja jede Menge. Für Menschen über 50 (ist zwar mein Alter, aber nicht meine Zielgruppe....grins), für Akademiker, für Menschen mit Niveau, für Tierfreunde usw. usw.

Die dort angebotetenen Persönlichkeitstests ähneln sich durch die Bank weg alle und erinnern irgendwie an die Psychotests in den gängigen Frauenzeitschriften. Nur dass man die preiswerter bekommt und nicht zwangsweise im Abo kaufen muss.

Letztendlich habe ich mich dann doch für einen der kostenlosen Anbieter entschieden, erst mal so zum Ausprobieren. Und dann geht es auch schon los. Zunächst muss man mal ein Profil erstellen. Dazu gehört ein sogenanntes persönliches Statement, bei dem man einen ersten Eindruck vermitteln soll. OK, finde ich nicht schlecht. So zur ersten Auswahl. Statements mit Texten wie

"hallo, ich bin der klaus und wohne in XY. ich 45 jahre alt und single. auf diesem weg möchte ich eine liebe frau kennenlernen, die mit mir die schönen dinge des lebens, wie den besuch des akordeonclubs, teilt. sie soll toll aussehen, kinder lieben und mir bei der pflege meines schrebergartens helfen"

sortiere ich gleich aus. Brrr. Also habe ich für mich selbst ein witziges Statement geschrieben - dachte ich. So nach dem Motto

Hallo Jungs: wer nicht alt werden will, muss vorher sterben. Älterwerden gehört zum Leben. Ich werde mindestens 100! Also bitte keine Zuschriften von Männern unter 40, aber auch keine über 55! Und wenn Ihr denkt, dass London die Hauptstadt von Spanien ist, braucht Ihr mir erst gar nicht zu schreiben. Außerdem wäre es ganz gut, wenn Ihr mit Messer und Gabel essen könntet, so als Basics!  Hundeliebende Motorradfahrer werden bevorzugt.

Darauf schrieb mir doch glatt einer, dass ich zu hohe Ansprüche stellen würde! Ja was soll ich denn bitte in meinem Alter noch stellen, wenn nicht Ansprüche????

Die Stelle mit den hundeliebenden Motorradfahrern habe ich übrigens wieder rausgenommen, da kamen nur noch Mails von Mitgliedern einer einschlägig bekannten Motorradgang.

Die nächste Hürde: das Profilfoto. Ich teste da noch so rum. Wenn ich das Bikinifoto aus dem letzten Urlaub nehme, bekomme ich massenweise Zuschriften. Meist eindeutig zweideutige (wenn die Jungs wüssten, dass ich die Dinger sammele, wären sie vielleicht vorsichtiger....). Eine kleine Auswahl:


hallo und wow... auch wenn ich nicht zur gesuchten zielgruppe gehöre...
der dame würde man(n) sich gerne mal dienend zu füßen werfen!!

oder:

ein motorad damit kan ich nicht dienen aber wie wärs mit massagefähigkeiten? lust auf frischfleisch?

Und einer schrieb:

hallo, mach viel sport wie kick boxen und ein hund hab ich auch. sher groß - der hund.

Anmerkung der Redaktion: die Tippfehler sind diesmal ausnahmsweise nicht von mir......

Und wenn Du dann endlich mal EINEN findest, bei dem vordergründig alles zu passen scheint, gemeinsame Interessen, netter Kontakt, einigermaßen ansprechendes Äußeres, nicht zu weit weg - dann stellt sich spätestestens beim ersten telefonischen Kontakt heraus, dass der Typ entweder

a) so beziehungsgeschädigt ist, dass er eigentlich eine Therapie braucht oder
b) so schüchtern, dass er sich nicht traut anzurufen oder
c) er noch daheim bei Muttern lebt und die das Ausgehen nicht erlaubt.......

Und dann ist da noch die Sache mit dem Kopfkino. Man schreibt sich, smst, telefoniert und ein Bild entsteht. Das transportiert dann natürlich eine Erwartung - und die Realität sieht manchmal ganz anders aus.Vielleicht lege ich die Sache doch erst mal wieder auf Eis. Oder ich ändere meine Stategie - lieber gleich treffen und sehen was daraus wird. Und wie war das noch mit dem try and error....

Montag, 7. Juni 2010

Lokalkolorit

Und wieder mal ist ein Wochenende im ländlich-idyllischen Reinheim vorbei. So idyllisch war es allerdings diesmal nicht, denn es war ja Reinheimer Markt. Da wird die komplette "Innenstadt" für den Verkehr gesperrt und die Umleitung führt quasi durch meinen Hinterhof. Na ja, fast, jedenfalls. Wenn man den Westring zu Fuß überqueren will, muss man entweder sehr mutig oder stark suizidgefährdet sein. Eine Kombination von beiden Varianten ist praktisch die beste Voraussetzung, um an diesem Wochenende überhaupt das Haus zu verlassen. Um zum Beispiel mit dem Hund rauszugehen, dem Umleitungen, Blechlawinen und Menschenmassen völlig schnurz sind.

Und da man mit dem Auto nirgends so richtig hinkommt am Reinheimer Markt, war ich auf einen ruhigen Nachmittag an meiner Supermarktkasse eingestellt. Zwar hatte EDEKA den ganzen Ort mit reichlich Hinweisschildern bepflastert aber es war ja klar - wer nicht unbedingt musste, ließ sein Auto an diesem einen Wochenende stehen. So war es dann auch - ruhig. Trotzdem ist es mir gelungen, mich bei einem Teil der Bevölkerung reichlich unbeliebt zu machen. Weil - bei EDEKA gibts jetzt gerade Rubbellose. So als Promotion, zur WM. Hinter den Rubbelfeldern verbergen sich kleine Tröten und wenn jemand 4 Stück davon freigerubbelt hat, bekommt er an der Kasse - tööööörrrröööööööö - genau! Eine Tröte. Übrigens heißen die Dinger auf  Neudeutsch nicht mehr Tröte sondern Vuvuzela. Ausgesprochen wird das Wuwusela aber das wisst Ihr ja schon alle. Jedenfalls - nachdem ich gefühlte 30 von den Dingern an die kleinen Monster verteilt hatte, ging es au unserem Parkplatz lauter zu als auf dem Deck eines Flugzugträgers.  Und ich konnte die genervten Eltern verstehen. Trotzdem: ich muss die Dinger ja verteilen, ob ich will oder nicht. Und nicht nur das - ich muss jedem auch noch erklären, wie es funktioniert. Als ob`s nicht draufstünde! Und die Tröten - äh Vuvuzelas verteilen. Und ungefähr 70 mal am Nachmittag erklären, dass man die eben nicht kaufen kann. Und die Rubbellose auch nicht. Und mir das Genörgele der Eltern anhören. Und immer schön lächeln dabei!
Trotzdem hat sich der Nachmittag gezogen wie Gummi. Bis ungefähr gegen 20.30 Uhr. Und pünktlich zu Feierabend war der Laden dann voll. Und ich alleine an der Kasse. Oh what a day!

Mittwoch, 12. Mai 2010

Einen hab ich noch....

und dann gibt es noch das Ferienhaus in Süddänemark, das mit folgender Beschreibung punktet:
"Dieses charmierende Holzferienhaus ist arrangiert auf ein grosses Grundstück in herrlicher Umbegung von Bäume zahlreiche. Der Urlauber kann Ruhe suchen und beobachten Fux und Hase von Terrasse unter Dach geschützt. Oder fangen Hase und grillen auf hauseigene Feuerstelle romantisch......."
Ob der Hase, das auch so romatischen finden wird? Na ich weiß ja nicht.........

Dienstag, 11. Mai 2010

Ferienwohnung gesucht

Heute hatte ich etwas Leerlauf im Büro. Oder anders ausgedrückt: ich hatte keine Lust zu arbeiten. Und Internet sei Dank: man kann ja überaus beschäftigt wirken und dabei alles Mögliche machten - ganz ohne wirklich etwas zu tun.

Also hab ich mich mal rein informativ nach Ferienwohnungen umgesehen und bin dabei auf einige, na drücken wir es mal dezent aus, kuriose Formulierungen gestoßen. Und die möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten.

Mein Favorit in Punkto Lage ist: "Unsere Ferienwohnung liegt im malerischen Deutschland." Ahhhh ja! Ohne jetzt irgendwie pingelig zu wirken - ein ganz kleines bisschen genauer dürfte es dann schon sein. Man muss ja schließlich wissen, wo man letztendlich hinfahren muss.

Ganz ähnlich und auch nicht schlecht: "Wir bieten ein Ferienhaus im pittoreskten Deutschland". Auch wenn hier dann eine Ortsangabe dabei war - die Formulierung fand ich bestenfalls etwas - ähh - pittoresk. Vom gleichen Anbieter gab es noch ein anderes Angebot: "Die Ferienwohnung ist im beeindruckenden Deutschland". Sehr beeindruckend! Ich schätze, da musste jemand 300 Ferienwohnungen innerhalb von 12 Stunden beschreiben. Da kann die Kreativität schon mal auf der Strecke bleiben.

Wobei man sich zuweilen schon fragt, ob es sich nicht überhaupt um eine fragwürdige Übersetzung handelt. Aus dem Sanskrit vielleicht, oder aus Suaheli. Anderseits habe ich nur nach Appartements in Deutschland gesucht, was diese These eher unwahrscheinlich erscheinen lässt.

Das fand ich übrigens auch nett: "Diese Ferienwohnung ist umgeben von einem großen geschlossen Grundstück. Das Grundstück ist mit einem Zaun umschlossen". Irgendwie lässt mich das an eine Justizvollzugsanstalt denken - und hey Leute: Ihr wollt doch was verkaufen, oder etwa nicht? Gleichsam abschreckend: "Eine der Wohnungen wird als Zahnarztpraxis genutzt". Also wenn ich im Urlaub eines ganz sicher nicht brauche, ist es das Geräusch eines Zahnarztbohrers und der Geruch von Desinfektionsmitteln..... Übrigens befindet sich diese Ferienwohnung ".....in einem Wohngebiet mit überwiegend restaurierten Plattenbauten". Seltsamerweise ist die Wohnung noch fast das ganze Jahr buchbar. Wo sind denn nur all die Plattenbautenfans?

Dann kann ich noch anbieten: "In der Nachbarschaft befindet sich eine Tankstelle und ein Tante-Emma-Laden". Prima, das sind ja dann schon 2 Einkaufsmöglichkeiten. Aber durchaus noch steigerungsfähig: "unsere Fereinwohnung befindet sich in verkehrsgünstiger Lage zwischen der A1 und einem Einkaufszentrum". Danke für die Warnung! Wen wundert es - die Wohnung ist mitten in der Hauptsaison noch frei. Witzig: "im Ort gibt es ein Einkaufsgeschäft". Und ich dachte immer, in jedem Geschäft könnte man einkaufen.....

Aber lassen wir mal die Lage und kommen zur Ausstattung. Absolut gruselig: "....Wohn/Schlafzimmer mit Relaxbereich und Relaxliege". Der Text geht ja, aber das Bild dazu...... weiße Wände, weiße Decke, weiße Fliesen. Und mitten drin in dieser heimeligen Kreissaalatmosphäre eine quietschgrüne Plastikliege von der Sorte, wie man sie in den Siebzigeren gerne in Saunen hatte. Wenn man sich zurücklehnte, klappte das Fußteil nach oben.

Ach ja, wo wir gerade bei Bildern sind: also ich als Konsument finde ich es sehr positiv, wenn Bilder größer als eine Briefmarke sind. Und weil ich kleinlich bin, will ich sie auch anschauen können, ohne mich dabei zu verrenken. Bilder, die auf dem Kopf stehen oder zur Seite verdreht sind, bewirken bei mir bestenfalls Nackenkrämpfe aber ganz bestimmt keine Buchungslaune.

Ich hab dann übrigens doch noch eine schöne Ferienwohnung gefunden. An der Ostsee. Mit folgender Beschreibung: "In der Nähe dieses Feriendomizils befinden sich Gewässer" Aha! Und weiter "das moderne Appartement ist mit Televisison und einem Radio-Kassettenrekorder ausgestattet......." nur - wo zum Teufel treibe ich heute noch Kassetten auf?

Montag, 10. Mai 2010

Neue Schuhe.......

also Leute, ich hab heute die teuersten Turnschuhe meines Lebens gekauft! Wenn ich es genau bedenke, hatte ich noch nie so teure Schuhe, auch keine Pumps. Oder Stiefel. Oder was auch immer für Schuhe. Und Turnschuhe erst recht nicht!

Aber die sind soooo schön! Hach! Die absolut super-ultra-mega-hyper-geilsten Turnschuhe, die man sich vorstellen kann. Alledings - für den Preis werde ich sie bis zu Rente tragen müssen. Mindestens. Und zwar Tag und Nacht. Und wenn ich es recht bedenke, sollten sie vielleicht besser nicht nass werden. Oder schlimmer noch - schmutzig. Also keine schlammigen Waldwege. Kein Laufen bei Regen, Schnee oder Eis. Am besten trage ich sie vielleicht überhaupt nur in der Wohnung.

Hmmmm, ich glaube, ich muss mir noch ein paar Turnschuhe kaufen. Welche zum Laufen diesmal.

Donnerstag, 22. April 2010

Übersetzungstools - echt Klasse!

Kommende Woche darf ich nach Pamplona, eine Gruppe Handballfans begleiten. Im Vorfeld habe ich von unserer spanischen Agentur allerlei kurzweilige Informationen bekommen, die ich gerade in meinen Reiseplan für die Gruppe einbaue.

Kurzweilig vor allen Dingen deswegen, weil sie vermutlich irgendwann einmal vom Spanischen ins Englische übersetzt wurden. Ich brauche diese Infos jetzt natürlich in Deutsch. Und da ich von Natur aus ziemlich faul bin, dachte ich, ich lass mal so ein Übersetzungstool darüber laufen. Herausgekommen ist Folgendes:

aus

"NH Iruna Park is locatet in Pamplona modern area, near to the historical center and to the sport facilities. This hotel use to be used by all the footballs and handball teams"

wurde:

"NH Iruna Prk wird im modernen Gebiet in der Nähe vom historischen Zentrum und zu den Sport-Möglichkeiten gelegen. Dieser Hotelgebrauch, der durch alle Fußball- und Handball-Mannschaften zu verwenden ist".

Und aus

"The NH Iruna Park has 225 rooms, business center, facilities adapted for handicapped persons, service of laundry and dry cleaner`s shop, irons trousers, vervice of wardrobe, machine retailers, parking, sports zone, hairdresser`s shop, medical service, security box...."

sogar

"Der NH Iruna Park hat 225 Zimmer, Geschäftszentrum, Möglichkeiten, die an Behinderte, Dienst von Wäscherei und Geschäft der Reinigung, Eisenhosen, Dienst von Gardeobe, Maschineneinzelhändlern, Parken, Sportzone, Geschäft des Frisiersalons, medizinischem Dienst, Sicherheitskasten angepasst sind......"

Besonders schön fand ich den Teil mit den Eisenhosen....... Meine Übersetzungen mach ich also doch lieber selbst. Aber zur allgemeinen Belustigung werde ich auch den Rest des Angebots mal übersetzen lassen. Ich meine, man hat ja sonst nichts zu lachen.

Mittwoch, 21. April 2010

Wie geht`s denn so?

wie ich diese Frage hasse! Ich meine, es ist doch so: irgendeine komische Regel erfordert, dass man auf die Frage: "wie geht es Dir"? höflich mit "danke gut - und selbst"? antwortet. Mal ganz abgesehen davon, dass es Dein Gegenüber zu 98,9 % nicht die Bohne interessiert, wie es Dir geht, sagst Du ihm auch nicht die Wahrheit, oder ?

Also - Beispiel: ich steig vorhin nach einem 11-Stunden-Arbeitstag aus dem Auto und will nur eines: aufs Sofa. Ohne Umwege, ohne über "Los" zu gehen und sogar ohne 4000 Euro einzuziehen.Klappt aber nicht, denn ich laufe meiner Nachbarin über den Weg. Die ist immer SEHR kommunikativ! Und da kommt sie auch schon, meine Lieblingsfrage.....

Und jetzt stellt Euch mal folgende Antwort vor:

Wie soll es mir schon gehen? Meine Kaffeemaschine steht seit gestern im Büro und ohne Koffein bin ich total am A...... Außerdem bin ich ohne Frühstück in die Firma und hatte dort keine Zeit, etwas zu essen. Mein Chef ist unterwegs und gibt mir seine Arbeitsanweisungen gleichzeitig telefonisch, per Mail und per SMS aufs Handy. Auf`s private natürlich. Möchte wissen, wozu ich eigentlich ein Firmenhandy hab! Und natürlich muss ich erst rückfragen, was er wieder will, da seine SMSe normalerweise ungefähr so viel Informationsgehalt haben wie eine Fleischwurst. Genau genommen hat die Fleischwurst eigentlich mehr. Seine letzte SMS lautete: "Hotelangebot Hilton Köln". Aha. Am Stück oder in Scheiben? Grrrrrrr!!! Unsere Buchhalterin kommt mit jeder Rechnung, die sie nicht versteht, zu mir. Egal, ob ich sie nun geschrieben habe oder nicht. Wenn ich allwissend wäre, würde ich nicht in dem Laden sitzen! Übrigens bin ich auch kompetenter Anspechpartner für jeden Mist, den irgendwer nicht findet. Wo ist der Ordner "Bezahlte Rechnungen Mail 2009"? Wo ist das Handy, das vor 3 Wochen per Post aus dem polnischen Hotel kam? Wo ist die Kollegin H.? Und eins sag ich Dir: wir sind gerade umgezogen - da findet man eine Menge erst mal nicht! Und die Kollegin H. ist übrigens krank. Und nun rate mal auf wen ihr Telefon umgeleitet ist? Mein Azubi fragt mich, ob er die Tackerklammern aus dem Vorgang machen muss, bevor er ihn in den Einzelblatteinzug des Kopierers schiebt.... geht´s eigentlich noch? Der Rest von den Bub ist 18 - nur der Kopf nicht. Kollegin S. meint, die neue Kaffeemaschine wär schon kaputt - ? Wieso neue Kaffeemaschine, wir haben doch noch gar keine!!! Die meint meine! Himmel noch mal! Man sollte den Deckel schließen, bevor man auf den roten Knopf drückt. Dann funktioniert`s auch. So! Und jetzt bin ich müde. Und ich hab Hunger. Nur bin ich nicht zum einkaufen gekommen. Deswegen muss ich mir jetzt die Kartoffelchips, die seit ca 3 Wochen in der offenen Tüte rumgammeln, reinziehen. Das Grüne darauf ist vermutlich neues organisches Leben. Und jetzt kommst Du und fragst mich, wie es mir geht?????

Aber - ich bin gut konditioniert. Natürlich hab ich all das nicht gesagt, sondern regelkonform geantwortet. Andernfalls hätte meine Nachbarin vermutlich fluchtartig das Weite gesucht. Wobei - wenn ich`s recht bedenke, wäre ich dann eine halbe Stunde früher auf meinem Sofa gewesen. Vielleicht versuche ich es demnächst doch mal mit der Wahrheit!

Mittwoch, 7. April 2010

Ich liebe Lebensmittel!

Hallo Leute! Ich bin`s mal wieder - die Aushilfskassenmaus im Supermarkt Ihres Vertrauens! Und denen, die mich noch nicht kennen, möchte ich mich kurz vorstellen:

Ich bin die kleine blonde vorne rechts. Selbstverständlich bin ich in der Lage, gleichzeitig mindestens drei Kunden zu bedienen. Ich kenne den genauen Standort aller 250.372 Produkte unseres Marktes auf den Millimeter genau. Natürlich weiß ich heute schon, welche Waren wir in 5 Wochen im Angebot haben werden. Und ich liebe Lebensmittel!

Daher kann ich jedes Bio-Produkt am Geruch erkennen. Ich bin in der Lage, mitten in der hektischsten Tageszeit eine komplette Weinprobe an der Kasse zu veranstalten und bleibe immer noch nett und freundlich wenn ich beschimpft werde oder jemand ein Päckchen Zucker nach mir wirft. Ich bin Ihnen gerne beim Abbau Ihrer Aggressionen behilflich, denn ich liebe Lebensmittel!

Ich bin selbstredend verantwortlich für alles, was im Markt schief geht, egal ob die heutige Tageszeitung vergriffen ist, es draußen regnet oder jemand eine Flasche Speiseöl auf dem Laufband zerdeppert. Ich kenne den Unterschied zwischen anionischen und nicht ionischen Tensiden und helfe zwischendrin gerne mal mit einem Rezeptvorschlag für ein Viergängemenue aus. Ich liebe Lebensmittel!

Dank meiner telepathischen Fähigkeiten erkenne ich sofort, ob jemand alt genug ist um Alkohol kaufen zu dürfen oder nicht. Ich beruhige schreiende Kleinkinder und streitende Ehepartner. Ich lächle, bin mitfühlend und ersetze meinen Kunden gerne den Psychiater. Und ich trage es mit Fassung, wenn der 12 Kunde sich beschwert, weil er sein Obst bei uns selbst wiegen muss. Denn ich liebe Lebensmittel!

Persönliche Freizeit ist mir ein Greuel. Daher verbringe ich meine Samstagabende mit Vorliebe an der Kasse und es macht mir überhaupt nichts aus, wenn 3 Minuten vor Feierabend noch 5 Leute in den Laden stürzen und ihren kompletten Wocheneinkauf erledigen. Das Fernsehprogramm am Samstagen wird ohnehin überschätzt. Ach ja - und ich liebe Lebensmittel!

Es bereitet mir Freude, schweres Katzenstreu, Blumenerde oder zentnerweise Kartoffelsäcke herumzuwuchten. Ich bin in der Lage, gleichzeitig zu kassieren, die Nachbarkasse zu putzen und den Zigarettenautomat aufzufüllen. Ich besitze einen schier unerschöpflichen Vorrat an Plastik-Einkaufswagen-Chips und -selbstverständlich- kostenlosen Plastiktüten. Ich bewache abgestellte Einkaufstaschen, beaufsichtige verlorengegangene Kinder und repariere nebenbei den Leergutautomat. Ich liebe Lebensmittel!

Dank meiner magischen Fähigkeiten kann ich an Ihrer Nasenspitze erkennen ob sie beleidigt sind, wenn ich Ihrem Kind keinen Lolli gebe, oder ob Sie mir die Zahnarztrechnung schicken, wenn ich es tue. Und ich bin in der Lage, erste Hilfe zu leisten, wenn Sie zwar Tomaten gekauft, aber beim Wiegen die Nummer für Zitronengras eingegeben haben und die Endsumme Ihres Einkaufs daher 2345,-- Euro beträgt. Und falls ich es noch nicht gesagt haben sollte - ich liebe Lebensmittel!

Ich freue mich total, wenn jemand eine halbe Stunde vor Feierabend noch 54,30 Euro mit roten Münzen bezahlt, weil - ich zähle ja so gerne Geld, auch wenn es nicht mein eigenes ist. Und meine Euphorie kennt keine Grenzen, wenn der dritte Mann mit dem Spruch kommt, dass er den Kassenbon nur mit nimmt, wenn ich meine Telefonnummer auf die Rückseite schreibe. Übigens sagen das nur Männer, die eindeutig über 70 sind......seufz! Aber das macht nichts - denn ich liebe Lebensmittel!

Also - kommen Sie mich doch mal besuchen. Ich warte auf SIE. Im Supermarkt Ihres Vertrauens!

Dienstag, 6. April 2010

Na sowas!


Das hat mir dann doch zu denken gegeben.

Da hetzt man das ganze Jahr in "die Stadt". In meinem Fall nach Darmstadt. Mit dem Auto, weil - ich hab` es ja eilig. Und will außerdem einkaufen. Wenn ich denn schon mal da bin. Und wer schleppt schon gerne schwere Tüten zum Bus. Oder zum Zug. Also ab ins Parkhaus, möglichst direkt im Zentrum, Luisencenter oder Schlossgarage. Und wehe, da ist alles besetzt! Das betrachte ich dann schon mal als persönliche Beleidigung und drohe innerlich mit Abwanderung ins Loop 5 oder gar ins Neu-Isenburg-Zentrum.

Vom Parkhaus geht es dann mit dem Aufzug ein, zwei Stockwerke nach oben und von da aus direkt ins Getümmel. Ich grase Läden und Kaufhäuser ab, mit etwas Glück bleibt mir noch ein Viertelstündchen Zeit für einen Kaffee auf die schnelle.

Ehe ich weiß, wie mir geschieht, sind zwei, drei Stunden um. Die Zeit rast und ich gleich mit. Also wieder schnell in`s Auto und ab nach Hause. Time is Money!

Und in der ganzen Hektik verliert man den Blick für die schönen Ecken der Stadt. Da muss dann erst ein abgewanderter Ex-Hesse kommen, mich an einem Tag, den man wettertechnisch bestenfalls und viel Wohlwollen als durchwachsen bezeichnen kann, zu Fuß durch Darmstadt schleppen, und mir mal wieder die Augen öffnen....... Danke, Aleks! Hier einige Impressionen vom letzten Sonntag. Und wisst Ihr was? Das mache ich ab jetzt öfter. Mir Zeit nehmen und einfach mal mit offenen Augen durch die Stadt laufen - und genießen!










Nachtrag 28.12.2012:  leider hat Blogger irgendwie meine Fotos verschluckt und ich musste bei der Gelegenheit feststellen, dass ich nicht mehr alle Bilder gespeichert habe. Also demnächst mal mit der Kamera auf nach Darmstadt!

Donnerstag, 11. März 2010

Südafrika! Krüger Nationalpark und Abschied nehmen

Am nächsten Tag klingelt um 04.30 Uhr der Wecker. Den habe ich mir extra geliehen, damit wir den Bus nicht verpassen.....

Es geht nämlich früh los zum Krüger Nationalpark. Die Fahrt dort hin dauert gut eineinhalb Stunden. Direkt nach dem wir das Orpen-Gate passiert haben, sehen wir 3 Geparden auf der Piste. Unser Guide ist ganz aufgeregt, weil das eine absolute Seltenheit ist. Es gibt nur noch ca. 350 Stück im Park. Geparden können in 2 Sekunden von 0 auf 72kmh beschleunigen - da kommt mein kleiner Fiat nicht mit.... Über eine kurze Distanz schaffen sie sogar 100kmh!

Kurz darauf sehen wir unseren ersten Elefanten. Er steht so dicht an der Straße, dass man ihn kauen hören kann! Das macht Appetit und gegen 09.30 Uhr fahren wir einen Rastplatz an und veranstalten ein Picknick. Lecker, was Webers uns alles eingepackt haben!

Und noch einmal haben wir Glück: wir sehen einen Leoparden. Normalerweise verschlafen die den Tag irgendwo gut versteckt. Im Vergleich zu dem Geparden fällt auf, dass der Leopard größer und muskulöser ist. Aber auch er ist verdammt schnell - für ein Foto reicht es leider nicht, wir sehen ihn nur von hinten in einer Staubwolke verschwinden.

Im Laufe des Tages gibt es noch allerhand Getier zu bestaunen: Giraffen, Büffel, Mungos, Wasserböcke, Hippos (Nilpferde - leider immer ziemlich weit weg. Aber in Makutsi gibt es ja auch ein Nilpferd - Esmeralda), eine Kolonie Weißstörche, Murmeltiere, Impalas, Gnus, Krokodile, einen Gaukler- und einen Fischadler, Steinböcke, Schabrakkenschakale und, und und..... Wir kommen voll auf unsere Kosten. Das heißt fast - ein Löwe wäre natürlich noch schön gewesen, aber die sind irgendwie gerade ganz woanders. Schade!

Nach der Mittagspause verziehen sich die Amis nach hinten im Bus um ihr Jetlag auszuleben. Das bedeutet, sie verschlafen die Rückfahrt. Kurz nach 4 sind wir wieder in Makutsi. Nach ein paar Runden im Pool und Kaffee und Kuchen bei den Schweizern bin ich nur noch müde und will ins Bett.

Am nächsten Tag ist ausruhen angesagt. Römerbad, Pool, Liegestuhl, ein bisschen malen. Zum Abendessen gibt es Babootie, ein kapmalaisches Essen mit viel Curry. Sehr scharf und extrem lecker.

Und dann kommt er auch schon: Freitag - unser letzter Tag in Makutsi. Nach dem Frühstück geben wir unsere letzten Rand für Souvenirs aus. Um 15.00 Uhr haben wir noch eine Pirschfahrt. Übrigens die beste bisher: wir fahren mitten durch eine Herde Giraffen. Das kann man gar nicht beschreiben! Die Tiere lassen sich durch uns nicht stören. Auch drei Nashörner treffen wir, diesmal ist ein sehr nervöser Bulle dabei. Ein paar Mal sieht es so aus, als wolle er gleich auf uns losgehen, aber jedes Mal überlegt er es sich anders. Einfach ein gigantisch guter Ausflug!

Aber leider geht auch die schönste Zeit einmal vorüber. Um 11.00 Uhr am nächsten Morgen fahren wir in Richtung Jo`burg ab. Der Abschied fällt uns richtig schwer! Wir haben uns in Makutsi zuhause gefühlt.

Gegen 1600 Uhr sind wir am Flughafen. Nun heißt es warten, unser Flug geht erst abends. Ein witziges Detail: ich darf hinter den Counter gehen und mir meine Sitzplätze selbst buchen. Der Kollege am Flughafen ist neu und kennt sich noch nicht so gut aus..... Der Rückflug ist noch schlimmer als der Hinflug - aber das ist wieder eine andere Geschichte und kommt später.

Dienstag, 2. März 2010

Südafrika! Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde - oder auch nicht





hier kommt endlich die versprochene Fortsetzung meines Südafrika-Berichts von weiter unten.....

am nächsten Tag ist es mal wieder grau und trüb aber zumindest trocken. Mit den netten Leuten aus dem Schwarzwald schmieden wir Pläne - die angebotene Geländewagenpirschfahrt wollen wir auf jeden Fall mitmachen. Und unsere neuen Freunde sind ganz wild auf die Pferdepirsch - da bin ich allerdings eher skeptisch. Schließlich hab ich noch nie auf einem Pferd gesessen und wie - um alles in der Welt - kommt man da überhaupt rauf? Sicherheitshalber vereinbaren wir einen Termin für einen "Proberitt" am Nachmittag. Glücklicherweise fängt es mittags an zu regnen und der Ausritt bleibt mir und dem armen Gaul erst mal erspart..... Nachmittags füttere ich die Meerkatzen verbotener Weise mit Ananas. Ab diesem Zeitpunkt fühle ich mich wie das Opfer einer Belagerung - unser Rondavel ist von Meerkatzenhorden umzingelt. Dafür verläuft das Abendessen heute insektenfrei.

Dienstag. 05.30 Uhr aufstehen. So früh muss ich normalerweise nicht mal raus, wenn ich arbeite. Aber es macht mir nichts aus, schließlich steht ein Highlight auf dem Programm: unsere erste gemeinsame Pirschfahrt. Wir sind zu neunt im offenen Geländewagen. Schon kurz nach der Abfahrt werden meine Erwartung total übertroffen - wir sehen Nashörner! Ich liebe Nashörner! Habe schon ganze Tage mit dem Skizzenblock im Zoo verbracht um sie zu zeichnen. Und jetzt stehen sie nur wenige Meter von mir entfernt auf der Piste. Unser Guide fährt so nah wie möglich ran, hat aber immer die Hand am Schaltknüppel um gegenbenenfalls schnellstens den Rückwärtsgang einlegen zu können. Nashörner sehen sehr schlecht. Was weiter entfernt ist, als ca. 20 Meter, nehmen sie kaum noch wahr. Solange man sich nicht bewegt und ruhig ist, kann also relativ wenig passieren. Aussteigen würde ich jetzt allerdings nicht....... Die Geländewagenpirsch dauert rund 2 Stunden. Wir sehen jede Menge Impalas, Gnus und einige Zebras. Auch "unsere" ersten Giraffen spazieren ausgesprochen graziös vorbei. Aber die Nashörner haben es mir am meisten angetan.

Zum Frühstück sind wir wieder in der Anlage. Anschließend ist, wie immer, Römerbad angesagt. Das Schöne an diesem Urlaub ist die geradezu perfekte Mischung aus Erholung und der Möglichkeit, etwas zu erleben. Da sich alle angeboteten Punkte individuell zusammensetzen lassen, hat jeder die Möglichkeit, sich sein persönlich zugeschnittes Programm zu gestalten. Nachdem wir so früh aufgestanden sind, beschließen wir heute, es langsam angehen zu lassen. Wir haben die Anlage so gut wie für uns (die anderen Gäste sind entweder eine Teeplantage besichtigen oder unterwegs nach Bismarck), gehen schwimmen, lesen am Pool und ich finde ein wunderschönes Motiv zum Malen - eine Bananenblüte. Ich fürchte nur, heute fällt mir keine Ausrede für die Reitstunde ein.....

Und genau so kommt es dann auch. Um 16.00 Uhr sind die unternehmungslustigen Schwarzwälder wieder da und holen uns ab. Im Vorfeld, also bei der Buchung, hat man mich beruhigt, und mir gesagt, man hätte hier nur besonders kleine Pferde. Eigentlich hätte mich das warnen sollen, schließlich sind wir schon ein paar Tage da, und den Humor von Herrn Weber haben wir ja bereits bei anderer Gelegenheit kennengelernt. Die Pferde sind so groß wie Pferde nun mal sind. Natürlich ziemlich klein im Vergleich zu Elefanten. Alles ist eben relativ! Aber jedenfalls scheinen sie wenigstens lammfromm zu sein - oder steinalt, so genau kann ich das nicht beurteilen. Das Schlimmste ist eigentlich das raufkommen. Ich blamiere mich unsterblich, in dem ich den Umweg über den Zaun wähle. Bin halt unsportlich..... Natürlich haben wir auch jetzt wieder einen Guide (wer weiß, wo wir ohne landen würde) und der führt uns gemütlich durch die Anlage. Was im Klartext bedeutet, das er vorweg geht und wir folgen. Jedenfalls manchmal. Mein Pferd scheint nämlich keine Lust auf einen Ausritt zu haben (genau wie ich). Es dreht sich immer wieder um und strebt den heimischen Stall an. Wenn ich dann am Zügel ziehe, wie man es mir gezeigt hat, schnaubt es kurz verdrossen, zieht aber weiter unbeirrt seiner Wege. Der Guide muss ein paar Mal umdrehen und uns zurückholen. Vermutlich lacht er sich heimlich schlapp über mich. Ich hab so das Gefühl, das mit der Pferdepirsch können wir vergessen.....

Sonntag, 31. Januar 2010

und mal wieder im Supermarkt Deines Vertrauens...

also ich muss jetzt diese Südafrika-Reihe mal kurz unterbrechen. Regelmäßige Leser dieses Blogs wissen, dass ich ab und zu mal in unserem Supermarkt an der Kasse jobbe. Vermutlich weil ich mit so viel Freizeit gar nichts anfangen kann.

Jedenfalls neulich an meiner Kasse folgende Begebenheit:

Es geht auf Feierabend zu, nicht viel los. Gott sei Dank. Für beides. Der Tag war mal wieder kernig. Leute, die ihren Geldbeutel vergessen haben, schreiende Kinder, heruntergefallene Weinflaschen, das volle Programm eben. Jetzt nur noch die letzte, gerne auch als die "Gummistunde", bezeichnete Stunde `rumkriegen und hoffen, dass der Bus um kurz vor 2100 Uhr nicht noch eine Horde durstige Jugendliche ausspuckt. Die natürlich alle gerne hochgeistige Getränke kaufen möchten, dazu aber einen latent abwesenden Perso vorzeigen müssten....... Die daraus resultierenden Diskussionen vor Feierabend liebe ich!

Statt dessen kommt aber ein einzelner Herr mittleren Alters an meine Kasse. Auf dem Band die Flasche eines handelsüblichen Feinwaschmittels. Sonst nix. Jetzt stellt Euch bitte folgenden Dialog vor:

Er: bevor ich das da kaufe, benötige ich eine Beratung.
Ich: aber gerne! Wie kann ich Ihnen helfen?
Er: was sind denn da genau für Inhaltsstoffe drin?
Ich: drehe die Flasche um und beginne laut vorzulesen: anionische Tenside, nichionische Tenside....(hoffentlich fragt er mich jetzt nicht was der Unterschied zwischen anionischen und nichtionischen Tensiden ist! Ich bin weder Chemiker noch Wikipedia......und habe ich schon gesagt, dass ich diese EDEKA-Werbung hasse, die alle Welt glauben lässt, wir Aushilfen an der Supermarktkasse seien allwissend?)

Er: nein, nein, ich meine doch was für Duftstoffe da drin sind!

Ach so, denke ich, der Mann ist allergisch!

Ich: Limonenöl, weitere Duftstoffe, also ich glaube da muss ich mal jemand holen, der sich mit so etwas auskennt (abends um 20.45 Uhr? Ingrid - wovon träumst Du eigentlich nachts?), weil im Falle von Allergien....

Er: Nein! Ich bin nicht allergisch - ich will nur wissen wie das riecht!

Also dem Manne kann geholfen werden. Ich schraube die Flasche auf (die sind ja nun nicht versiegelt oder so) und halte sie ihm unter die Nase.

er: ach so - das geht? Einfach aufschrauben??? Riecht ja gar nicht schlecht.

Ich denke mir meinen Teil (typisch Mann mal wieder....) nehme auch eine Nase voll und sage: ja, riecht sogar ausgesprochen gut, finde ich. So frisch irgendwie.

Er: gut dann nehm` ich das. Aber diese Flasche nicht, die ist ja schon offen.........

Er geht und holt sich eine neue, während ich die hier wieder zu schraube und zu den anderen 23 Sachen stelle, die ich später (nach 21.00 Uhr, wohlgemerkt) zurück in die Regale räumen muss weil irgendwer sie dann doch nicht wollte oder nicht bezahlen konnte.

In der Zwischenzeit hat der Bus die befürchtete Ladung Jugendlicher ausgespuckt und die waren schneller als der Herr mit dem Waschmittel. Pech gehabt. Die Diskussionen, ob und warum ich jetzt die Personalausweise sehen will (dabei will ich gar nicht, ich MUSS) und die Ausreden des einen oder anderen, warum der jetzt gerade so gar nicht greifbar ist, dauern an (übrigens darüber könnte ich mal einen eigenen Post schreiben, nicht zu fassen, wie kreativ manche Menschen in Sachen Ausreden sind).

Schließlich ist mein Waschmittelkunde aber wieder an der Reihe. Und er hat es sogar geschafft, exakt die gleiche Marke wieder zu finden (sonst hätte das Spiel vielleicht von vorne angefangen...). Er bezahlt seine sage und schreibe 1,29 Euro und ich fange mich an auf Feierabend zu freuen. Zu früh....

Er: und wieviel davon brauche ich jetzt für eine Wäsche?
Ich: schnappe mir wieder die Flasche, weil, das steht ja auf der Rückseite: also pro Waschgang in der Maschine...
Er: Nein! ich will mit der Hand waschen. So für ein Waschbecken voll halt...
Ich: (improvisiere, das sieht die Waschanleitung nämlich nicht vor) also maximal eine halbe Verschlußkappe.
Er: und wieviel ist das dann? Können Sie mir das vielleicht mal zeigen?

In solchen Momenten bin ich dann auf der Suche nach der versteckten Kamera. Bisher habe ich sie zwar noch nicht gefunden aber in 2 Wochen geht die Suche weiter. Bis dahin! Wir sehen uns im Supermarkt Eures Vertrauens.






Sonntag, 24. Januar 2010

Südafrika! Große und kleine Tiere

06.00 Uhr und ich bin glockenwach. Passiert mir grundsätzlich nur im Urlaub. Wenn ich arbeiten muss, komme ich nicht in die Gänge. Was also tun zu so einer unchristlichen Uhrzeit mitten in der Wildnis? Also erst mal mit einer Tasse Tee auf die Terrasse. Der Himmel ist zwar bedeckt, aber zumindest regnet es nicht mehr. Plötzlich eine Bewegung ungefähr 2 Meter neben mir: eine Meerkatzenfamilie tollt - vollkommen unbeeindruckt von meiner Anwesenheit - durch`s nasse Gras. Einige Meerkatzenmamis tragen ihre Baby`s am Bauch, die armen Kerlchen sind ganz nass. So etwas sieht man nicht überall und plötzlich denke ich, dass es vielleicht doch ganz schön wird.

Frühstück gibt es von 08.00-09.00 Uhr. Richtig lecker, mit allem, was das Herz begehrt. Plus ein Weihnachtsplätzchen, es ist nämlich der 1. Advent. Dann kommt die Sonne zum Vorschein und wir unternehmen einen Spaziergang durch die Anlage. Es gibt viel zu sehen und alles irgendwie eine Nummer größer, als bei uns daheim. Riesige Tausendfüssler (Shongololo), Pillendreherkäfer (Dungbeetle - es macht "Dung" wenn sie an eine Autoscheibe knallen - nein, war nur Spaß. Sie drehen Kugeln aus Tierdung), große, bunte Schmetterlinge, Eidechsen und überall Meerkatzen. Außerdem jede Menge Vögel und eine ca. 25cm große Weinbergschnecke. Und in unserer Toilette entdecke ich einen Skorpion. Das ist dem besten aller Ex-Ehemänner dann doch zu viel und der gute wird in einer Bonbon-Tüte nach draußen verfrachtet. Später erzählt Herr Weber uns, dass Skorpione normalerweise paarweise auftreten. Auf meine - etwas ängstliche - Frage, ob das giftige Skorpione sind, bekomme ich zur Antwort, ich solle mir keine Sorgen machen, kleine Operationen wie Amputationen könne man auf der Farm selbst ausführen.......

Anschließend steht noch ein Besuch des Römerbads auf unserem Programm. Die Farm hat nämlich eine eigene Thermalquelle. Das mineralische Wasser wird jeden Morgen frisch eingelassen und vom warmen Wasserstrahl kann man sich herrlich massieren lassen. Was ich übrigens schnell zu schätzen lerne! Das warme Wasser ist, innerlich und äußerlich angewendet, sehr gut für Haut und Haare und die Massage tut meinem Rücken gut. Ich bin den Rest der Woche täglich mindestens eine Stunde hier und habe bald Schwimmhäute zwischen den Zehen.

Der Rest des Tages vergeht mit relaxen auf der Terrasse. Die Sonne scheint, es ist warm. SO hatte ich mir das vorgestellt! Gegen 18.00 Uhr machen wir uns in Richtung Bar auf und ich fange an, mich wie zu hause zu fühlen. Sozusagen. Nur leider gibt es heute kein Feuer, warum auch immer. Und das hat zur Folge, dass, von der Tischbeleuchtung angelockt, tausende von Insekten über uns herfallen. Und auch die sind um einiges größer, als bei uns daheim! Bäh! Da gibt es Käfer wie aus einem billigen Horrorfilm Sie können die Flügel abwerfen, die landen dann einfach überall. Zumindest werden die fetten Kröten satt, die plötzlich auftauchen. Wo man hin sieht, Käfer und Kröten. Essen mag ich heute nichts! Da sind mir große Tiere doch entschieden lieber. Und als Iesco in die Runde fragt, wer Lust auf einen Nacht-Safari hat, bin ich die erste, die "Hier" ruft. Es geht gleich nach dem Essen los, keine Zeit zum umziehen, aber was solls. Zunächst fahren wir durch die Anlage. Schon hier sehen wir Buschböcke, meine neuen Freunde, die Meerkatzen und Buschbaby`s. Das sind ganz kleine Affen (erwachsene Tiere wiegen um die 200 Gramm - zum Vergleich: mein Meerschwein Robby wiegt 750 Gramm), die bis zu 7 Meter weit springen können. Der Name Buschbaby kommt daher, dass ihre Rufe wie das Weinen von Babys klingt.

An diesem Abend sehen wir noch Impalas, Krokodile, Reiher einen Schabrakkenschakal und Borkenspinnen. Auch so ein Tier, mit dem ich niemals Freundschaft schließen möchte, übrigens. Tagsüber sitzt sie praktisch unsichtbar auf der Rinde eines Baumes. Eine Fangleine führt zu einem anderen Baum, in unserem Fall quer über die Piste, auf der wir gerade fahren. Sobald es dunkel wird, baut die Spinne ein riesiges Netz. Ich schätze mal, es misst ca. gut einen Meter im Durchmesser und befindet sich ungefähr auf Kopfhöhe - meiner Kopfhöhe wohlgemerkt...... In diesem Netz fängt die Spinne die ganze Nacht über Insekten. Wenn es hell wird (bzw. jetzt, wenn Iesco es anleuchtet) rafft sie es in Windeseile zusammen (Gott sei Dank! Ich dachte schon, wir müssten da durch) und verschwindet wieder auf ihrem Baum.

Leider werden durch das Scheinwerferlicht auch hier wieder unzählige Insekten angelockt. Sie fliegen gegen den offenen Geländewagen, gegen uns, fallen auf den Boden und krabbeln überall herum. Auch in meine Hosenbeine. Langsam spüre ich, wie sie an der Innenseite meiner Hose nach oben kriechen und alles Schütteln nützt nichts. Einfach gruselig ist das!

Sonntag, 17. Januar 2010

Südafrika! Ab in die Wildnis...... Makutsi Safari Farm


Wir genießen die Woche am Kap bei Willi und seiner Frau wirklich sehr. Die moderne Stadt, die Ausflüge, das Guesthouse, ja sogar die bei klapp 26°C etwas seltsam anmutende Weihnachtsdekoration von Sommerset West (worauf man übrigens mächtig stolz ist!). Aber das Afrika, das man sich so vorstellt, haben wir bisher noch nicht erlebt. Trotzdem würde ich jederzeit wieder kommen, es gibt so viel, das ich noch nicht gesehen habe.

Anders einige Urlauber, die wir hier kennen gelernt haben: ein Ehepaar aus dem Ruhrgebiet, sind ausschließlich zum Golfen hier. Die Frau ist zutiefst entsetzt über den Anblick der Townships, an denen man auf dem Weg vom Flughafen vobei kommt. Sie möchte während ihres Urlaubes nämlich nicht mit den unangenehmen Seiten dieser Welt konfrontiert werden. An den Gesprächen, die wir abends mit Willi über dieProbleme des Landes führen, nehmen die beiden erst gar nicht teil. Ist ja auch OK aber ich kann nicht verstehen, wie jemand, der nach Südafrika reist, sich nicht im Vorfeld über die Verhältnisse im Land informiert. Dafür können sie die Vor- und Nachteile sämtlicher Golfplätze am Kap herunterbeten. Touren machen sie keine, sie spielen wirklich nur Golf! Der Gipfel allerdings ist, dass die Frau eines Morgens beim Frühstück verlauten lässt, dass sie sich in der Umgebung von schwarzen Menschen nicht wohl fühlt. Und davon gibt es hier naturgemäß natürlich reichlich!

Aber wie dem auch sei, die Woche nähert sich dem Ende. Wir haben noch einen Tag, den wir zu einer Wandertour durch den Helderberg-Nationalpark nutzen. Abends leeren wir mit Willi und Helga eine Flache Sekt zum Abschied.

Am nächsten Morgen um 4.00 Uhr wecken, 5.00 Uhr Abfahrt zum Flughafen, Abflug pünktlich um 06.30 Uhr. Um 08.25 Uhr sind wir bereits in Johannesburg. Ein Riesenflughafen ist das! Unser Transfer ist erst um 11.00 Uhr geplant aber ich bin froh, dass wir den frühen Flug genommen haben. Alles ist total unübersichtlich und wir müssen vom national zum international Terminal. Ständig wird man angesprochen, angerempelt oder mit irgendwelchen Gepäckwagen umgefahren. Es wimmelt am frühen morgen schon vor Menschen. Wir brauchen über eine Stunde, um unseren Treffpunkt zu finden.

Unser Fahrer, Robert, ist schon um 10.30 Uhr da. Und - hurra - wir sind die einzigen nach Makutsi an diesem Tag. Im Wagen bekommen wir die ersten Informationen zur Farm und alles hört sich sehr gut an. Jürgen sitzt vorne, ich teile mir die Rückbank mit ungefähr 20 Kisten Nescafe. Wir fahren zügig aus Jo`burg `raus in Richtung Drakensberge. Und je weiter wir kommen, desto schlechter wird das Wetter. Nach 2. Stunden legen wir eine kurze Rast ein und es regnet in Strömen. Wir essen eine Kleinigkeit und warten auf den Fahrer, der Robert ablösen soll. Er kommt aus Makutsi und bringt einen Gast mit, der heute zurück nach Deutschland fliegt. Sein Name hört sich irgenwdie wie Iesco (keine Ahnung, wie man das schreibt) an, er ist Südafrikaner und wenn er spricht, glaubt man, Howard Carpendale vor sich zu haben. Auf dem Weg erklärt er uns schon Einiges über die Lebensweise der Menschen hier. Als er mitbekommt, dass wir bisher noch keine Tiere zu Gesicht bekommen haben, macht er uns auf alles Aufmerksam, was mehr als 2 Beine hat. Auch auf Katzen, Hunde, Ziegen und Elstern......

Obwohl ich es kaum für möglich gehalten habe, wird das Wetter noch schlechter. In den Drakensbergen gewittert es heftig. Man sieht kaum die Hand vor Augen. Gegen 16.30 Uhr nähern wir uns dem Wildreservat, der Makutsi Safari Farm, unserem Domizil für die kommende Woche. Es umfasst ca. 8500 Hektar und ist durch den Zusammenschluss vom 3 Farmen entstanden. Hier leben praktisch alle Arten heimischer Wildtiere. Das ganze Gebiet wird von einem 2.40 Meter hohen Elektrozaun begrenzt. Das große Eingangstor erinnert an "King-Kong"..... und ich fühle mich ein bisschen wie die weiße Frau. Auf dem Weg zur zur eigentlichen Guest-Farm macht uns Iesco darauf aufmerksam, dass wir immer innerhalb der Guest-Farm bleiben sollen. Wenn wir weiter gehen wollen, dann nur mit Führer. So ganz langsam wird mir klar, dass wir hier wirklich mitten unter Tieren leben.

Der erste Eindruck ist trotz der herzlichen Begrüßung durch Familie Weber einfach deprimierend. Es regent nach wie vor, der Parkplatz vor der Rezeption ist eine einzige Schlammpiste und zur Begrüßung gibt es statt eines Cocktails eine Taschenlampe und einen Regenschirm, na prima....

Unser Häuschen (nennt man hier übrigens Rondavel, vermutlich weil die Häuser rund sind. Die Gemeinschaftsgebäude heißen Laapa) wirkt auf den ersten Blick ziemlich rustikal. Steinfußboden, weiß getünchte Wände, Strohdach, Moskitonetz, Deckenventilator. Wie in Daktari. Es gibt einen abgeteilten Sanitärbereich mit Dusche und WC, außerdem eine kleine Küche mit Kühlschrank und Heißwasserkocher. Vervollständigt wird das Ganze durch eine kleine Sitzgruppe. Falls es weiter regnet, kann ich hier wenigstens malen, nur werden die Bilder dann nicht trocken. Und die Terrasse mit den den Gartenmöbeln und dem gemauerten Grill werden wir wohl dann nicht brauchen..... Die Rondavels liegen so weitläufig auseinander, dass jeder, wenn er will, für sich bleiben kann. Rundherum stehen jede Menge -jetzt vor Nässe triefende- Bäume und Sträucher. Neben Bananenstauden, Palmen, Jaccaranda und Akazien gibt es riesige Kakteen und Pflanzen, die ich noch nie gesehen habe.

Man hat uns gesagt, dass die Bar um 1800 Uhr öffnet. Essen gibt es Punkt 1900 Uhr. Bleibt gerade genug Zeit zum Auspacken und Duschen. Danach wieder in die wasserdichten Trekkingstiefel und ab an die Bar. Wenn ich mir das Wetter schon schöntrinken muss, kann ich ebenso gut gleich damit anfangen!

Die Bar entpuppt sich als ein von drei Seiten offenes, überdachtes Gebäude. Im vorderen Bereich stehen 2 lange Tische, hier finden die gemeinsamen Mahlzeiten statt. Weiter hinten sind ettliche Sessel um ein offenes Feuer gruppiert - die Bar. Sehr wildromantisch. Das Abendessen und der Umtrunk davor scheinen der gesellschaftliche Höhepunkt des Tages zu sein. Im Moment haben sich ca. 15 Leute hier eingefunden, das Durchschnittsalter der anderen Gäste liegt bei gut 70 Jahren. Hoffentlich spielen die nicht Bingo nachmittags......... Der erste Kontakt ist schnell hergestellt, jeder freut sich über Nachrichten aus Deutschland. Die anderen Gäste sind teilweise schon recht lange hier (ein ehepaar seit September) und viele schon zum wiederholten Male. Kann also so schlecht doch nicht sein.

Um 1900 Uhr nehmen zwei einheimische Mächen in bunter afrikanischer Tracht an einer großen Trommel Platz. Und dann wird getrommelt, was das Zeug hält - das ersetzt den Gong zum Essen, hört man garantiert bis in den letzten Winkel der Anlage. Nun kommt doch so etwas wie Urlaubsstimmung auf (was aber auch an der halben Flasche Nedernberg liegen kann, die ich inzwischen intus habe...). Das Essen ist gut und reichlich. Es gibt frischen Salat aus eigenem Anbau, Lasagne und Eis zum Nachtisch. Nach dem Essen ein kurzes gemütliches Beisammensein am Feuer. Danach soll uns ein Guide zum Rondavel bringen, weil morgens Löwenspuren in der Nähe der Bungalows gefunden wurden. Das lehnen wir aber heldenhaft ab, Nedernberg sei Dank!


Südafrika! Vier Pässe


Nach dem Frühstück fahren wir zum historischen Weingut Boschendal. Das Bild des Hauses kennt Ihr bestimmt - das ist einfach in jedem Prospekt und schätzungsweise auf jeder dritten Weinflasche, die vom Kap kommt. Der Rosengarten und das historische Gebäude sind sehenswert, auf die Weinprobe verzichten wir diesmal lieber.....

Weiter geht es über den Helshoogte Pass nach Franchhoek. Der beste aller Ex-Ehemänner kann endlich die verschiedenen Biersorten kaufen, die er einem Freund in Deutschland mitbringen will. Bier gibt es in Südafrika nicht etwa wie bei uns im Supermarkt sondern nur in sogenannten Liquer Shops.

Danach besuchen wir das Hugenottenmuseum. Ein kleiner Teil der Hugenotten, die aus religiösen Gründen aus Frankreich fliehen mussten, sind nämlich auch am Kap gelandet. Hier sind sie ziemlich restlos im Vielvölkergemisch untergegangen und nur das Museum erinnert noch an sie. Ich fand es sehr interssant weil man sehen kann, wie die Menschen früher lebten und arbeiteten. Das Museumsgebäude ist der Nachbau eines Wohnhauses mit allen Einrichtungsgegenständen. Aufgefallen ist mir das kleine Bett. Entweder waren die Menschen früher viel kleiner oder sie haben total zusammengefaltet geschlafen....

Anschließend fahren wir über den Viljoen Pass weiter ins Obstanbaugebiet. Unterwegs essen wir in einem abgelegenen Restaurant. Von der Terrasse hat man theoretisch einen fantastischen Blick über das schluchtenreiche Tal, aber leider spielt das Wetter heute nicht mit, wir müssen innen sitzen. Dafür ist das Essen mal wieder hervorragend. Wenn das so weiter geht, werde ich mit einigen Kilos mehr nach Hause kommen. Hier lerne ich auch mein neues Lieblingsgetränk kennen: Savanna Dry, eine gelungene Mischung aus Bier und Apfelwein. Nach dem Essen besuchen wir einen Farmstall, bei uns würde man das als Einkauf beim Bauern bezeichnen.

Dienstag, 12. Januar 2010

Südafrika! Kap der guten Hoffnung



Nachdem wir dienstags den ganzen Tag in Kapstadt mit bummeln und shoppen verbracht haben (was übrigens auch tierisch anstrengend war, den ganzen Tag rumlaufen, nur unterbrochen von essen und trinken...), zieht es uns am Mittwoch wieder raus in die Landschaft.

Wir haben mit Willi vereinbart, an diesem Tag eine große Kaprundfahrt zu machen. Um 8.45 uhr geht`s los. Wir nehmen noch 2 Gäste aus Sommerset West mit. Zunächst geht die Fahrt an der False Bay entlang (False Bay bedeutet falsche Bucht. Als die ersten Portugiesen und Engländer hier landeten, glaubten sie nämlich irrtümlich, sie wären schon in der Tafelbucht) und über Muizenberg nach Kalk Bay. Wir besuchen Scratch Patch Mineral World, wo noch Halbedelsteine bearbeitet werden. Besonders häufig wird in Südafrika - neben Diamanten - Tigerauge gefunden. Unbearbeitet sieht er total unscheinbar aus, erst geschliffen und poliert verwandelt er sich in einen wunderschönen Stein mit einem warmen, hellbraunen Farbton. Die Besichtigung ist ganz interessant, aber die anderen beiden Gäste sind irgendwie nur daran interssiert, schrecklichen Tourikitsch zu kaufen. Na ja.

Anschließend fahren wir nach Simonstown. Das ist ein richtig idyllischer Küstenort. Während des 2. Weltkrieges lebte hier ein Dänische Dogge namens Just Nuisance, die in der britischen Navy diente (kein Witz! Ist historisch belegt).

Die Bronzestatue des beliebtesten Hundes von Simon’s Town kann man auf dem "Jubilee Square" bewundern. Die dänische Dogge steht wachsam auf einem Steinblock und überblickt den malerischen Hafen von Simons Town. Auf dem Felsen befestigt, liegt noch eine Matrosenmütze und ein Hundehalsband, welche bezeugen, dass die Dogge ein richtiger Seemann war. Ich frage mich, ob sie die Mütze wirklich getragen hat... Die Dogge begleitete die Soldaten ab und zu zum Bahnhof nach Kapstadt. Die Eisenbahnbehörde war damit aber nicht einverstanden. Nach monatelangen Streitereien fand die Royal Navy jedoch eine Lösung, indem die beliebte Dogge einfach in den Dienst stellte. Somit war die Dogge “Able Seaman Just Nuissance” offiziell bei der königlichen Marine angestellt und hatte den Rang eines Seemanns. Im April 1944 verstarb die Dogge. Sie wurde mit allen militärischen Ehren beigesetzt.


Nach einem kurzen Stadtrundgang (schade, ist echt schön hier) fahren wir raus zur Pinguinkolonie von Boulder. Der Name Boulder kommt von den großen, runden Steinblöcken, auf, zwischen und neben denen die Pinguine leben. Die Kapppinguine waren vom Aussterben bedroht. Ursprünglich lebten sie auf einer kleinen Insel vor der Küste, die weitestgehend aus dem über die Jahrhunderte abgelagerten Guano bestand. Als man entdeckte, dass sich daraus ein hervorragender Bluemdünger herstellen ließ, wurde der Guano abgebaut und damit der Lebensraum der Pinguine zerstört. Einige wenige Paare siedelten in Boulder an und wurden unter Artenschutz gestellt. Übrigens sehr zum Leidwesen der Anwohner: die possierlichen Tierchen machen einen Heidenlärm und stinken zum Himmel. Inzwischen haben sie sich auch sehr stark vermehrt.


Weiter geht es durch den Cape Peninsula National Park zum Cape Point. Vom Parkplatz aus wandern wir zum alten Leuchtturm. Hier herrscht ein unglaublich starker Wind aber wenn man ganz oben ist, wird man von einem atemberaubenden Blick über den Ozean belohnt. Übrigens ist das Kap nicht etwa der südlichste Punkt Afrikas, wie man ursprünglich annahm. Auch treffen sich hier nicht die beiden Meere (Atlantik und Indischer Ozean), sondern in Cape Agulhas weiter östlich. Die Gschichte vom Leuchtturm ist recht witzig. Erst hat man eine halbe Ewigkeit (50 Jahre) daran gebaut und als er fertig war, musste man feststellen, dass die Stelle, an der er steht, bei Nebel nicht zu sehen ist. Leider ist es hier sehr oft nebelig... und so musste man einen neuen Leuchtturm bauen, dieser liegt nur 80 Meter über dem Meeresspiegel und ist heute noch in Betrieb.

Nach einem gemütlichen Picknick (Willi`s Frau hat wieder einmal ausgesprochen gut für unser Wohl gesorgt) fahren wir weiter zur "Cape Point Ostrich Farm". Auch hier gibt es eine kurze Führung und wir sehen, wie die jungen Strauße aufgezogen werden. Strauße werden zur Fleischgewinnung gezüchtet (klingt das nicht schrecklich?), die Haut wird zu Leder verarbeitet. Straußenleder ist neben Elefantenleder das haltbarste und teuerste Leder überhaupt. Die kleinen Strauße sehe aus wie Igel auf Stelzen. Der "Vorführ-Strauß" interssiert sich sehr für Jürgens Armbanduhr und seine Hemdknöpfe. So schnell kannst Du nicht gucken, pickt er danach. Da hat so ein Knopf keine große Lebenswerwartung! Hier auf der Farm leben die Strauße in großen Freigehegen. Mehrere Straußendamen legen ihre Eier zusammen in ein Nest, bis ca. 25-30 Eier zusammenkommen. Erst dann beginnt das Brutgeschäft. Da die Arbeiter die Eier quasi aus den Nestern stehlen, sobald sie gelegt sind (das ist nicht ganz ungefährlich - ein Strauß kann mit seiner Kralle töten. Daher lenkt jeweils ein Mann die Strauße ab und ein anderer nimmt die Eier aus dem Nest). Anschließend kommen sie in einen Brutschrank. Nach ca. 23 Tagen schlüpfen die kleinen Strauße. Sie wachsen sehr schnell. Mit ungefähr 14 Monaten werden sie verkauft. Man verwendet fast ausschließlich das Fleisch der Oberschenkel, das praktisch cholesterinfrei ist, außerdem natürlich das Leder (das der Schienbeine sieht aus wie Krokodilleder) und in geringerem Maß die Federn. Für Touristen interessant sind natürlich die beliebten Lederwaren und die gemalten Straußeneier. Ich wede schwach und kaufe auch eines, es ist wirklich wunderschön, nicht bemalt, sondern aus seiner Oberfläche wurden die Big Five heraus geschnitzt. Obwohl die Eier-solange sie geüfllt sind- je nach Lage mit bis zu 250kg belastet werden können, gehen sie kaputt, wenn man sie fallen lässt. Ab heute lebe ich also in ständiger Angst um mein Ei und hüte es wie meinen Augapfel.

Weiter geht es über den Chapmans Peak Drive (Panoramastraße mit schönen Aussichtspunkten) nach Hout Bay (Holzbucht). Im Fischerhafen sehen wir Robben. Zum Abschluß fahren wir auf den Signal Hill. Von hier hat man einen herrlichen Ausblick über Kapstadt. Es findet gerade eine Hochzeitsfeier statt, wie romantisch!

Abends sind wir total erledigt. Willi bestellt uns einen Tisch bei "Delmici". Dort gibt es ein fantastisches Fischbuffet, das wir leider nicht so recht genießen können, weil wir so müde sind. Ich schlafe schon fast über der Suppe ein! Wir beschließen, den Abend früh zu beenden und lieber im Laufe der Woch noch einmal zu kommen. Der Chef des Hauses fährt uns ins Guesthouse zurück, das ist wirklich nett! Leider ist in der Woche aber kein Tisch mehr zu bekommen, da die ersten Weihnachtsfeiern beginnen. Schade!