Die Schatzkiste

Kleines und Feines, Schönes und Schräges, Witziges und Nachdenkliches. Kunst und Schmuck für die schönen Seiten des Lebens, die Geschichten dazu und ein paar private Gedanken.

Dienstag, 2. März 2010

Südafrika! Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde - oder auch nicht





hier kommt endlich die versprochene Fortsetzung meines Südafrika-Berichts von weiter unten.....

am nächsten Tag ist es mal wieder grau und trüb aber zumindest trocken. Mit den netten Leuten aus dem Schwarzwald schmieden wir Pläne - die angebotene Geländewagenpirschfahrt wollen wir auf jeden Fall mitmachen. Und unsere neuen Freunde sind ganz wild auf die Pferdepirsch - da bin ich allerdings eher skeptisch. Schließlich hab ich noch nie auf einem Pferd gesessen und wie - um alles in der Welt - kommt man da überhaupt rauf? Sicherheitshalber vereinbaren wir einen Termin für einen "Proberitt" am Nachmittag. Glücklicherweise fängt es mittags an zu regnen und der Ausritt bleibt mir und dem armen Gaul erst mal erspart..... Nachmittags füttere ich die Meerkatzen verbotener Weise mit Ananas. Ab diesem Zeitpunkt fühle ich mich wie das Opfer einer Belagerung - unser Rondavel ist von Meerkatzenhorden umzingelt. Dafür verläuft das Abendessen heute insektenfrei.

Dienstag. 05.30 Uhr aufstehen. So früh muss ich normalerweise nicht mal raus, wenn ich arbeite. Aber es macht mir nichts aus, schließlich steht ein Highlight auf dem Programm: unsere erste gemeinsame Pirschfahrt. Wir sind zu neunt im offenen Geländewagen. Schon kurz nach der Abfahrt werden meine Erwartung total übertroffen - wir sehen Nashörner! Ich liebe Nashörner! Habe schon ganze Tage mit dem Skizzenblock im Zoo verbracht um sie zu zeichnen. Und jetzt stehen sie nur wenige Meter von mir entfernt auf der Piste. Unser Guide fährt so nah wie möglich ran, hat aber immer die Hand am Schaltknüppel um gegenbenenfalls schnellstens den Rückwärtsgang einlegen zu können. Nashörner sehen sehr schlecht. Was weiter entfernt ist, als ca. 20 Meter, nehmen sie kaum noch wahr. Solange man sich nicht bewegt und ruhig ist, kann also relativ wenig passieren. Aussteigen würde ich jetzt allerdings nicht....... Die Geländewagenpirsch dauert rund 2 Stunden. Wir sehen jede Menge Impalas, Gnus und einige Zebras. Auch "unsere" ersten Giraffen spazieren ausgesprochen graziös vorbei. Aber die Nashörner haben es mir am meisten angetan.

Zum Frühstück sind wir wieder in der Anlage. Anschließend ist, wie immer, Römerbad angesagt. Das Schöne an diesem Urlaub ist die geradezu perfekte Mischung aus Erholung und der Möglichkeit, etwas zu erleben. Da sich alle angeboteten Punkte individuell zusammensetzen lassen, hat jeder die Möglichkeit, sich sein persönlich zugeschnittes Programm zu gestalten. Nachdem wir so früh aufgestanden sind, beschließen wir heute, es langsam angehen zu lassen. Wir haben die Anlage so gut wie für uns (die anderen Gäste sind entweder eine Teeplantage besichtigen oder unterwegs nach Bismarck), gehen schwimmen, lesen am Pool und ich finde ein wunderschönes Motiv zum Malen - eine Bananenblüte. Ich fürchte nur, heute fällt mir keine Ausrede für die Reitstunde ein.....

Und genau so kommt es dann auch. Um 16.00 Uhr sind die unternehmungslustigen Schwarzwälder wieder da und holen uns ab. Im Vorfeld, also bei der Buchung, hat man mich beruhigt, und mir gesagt, man hätte hier nur besonders kleine Pferde. Eigentlich hätte mich das warnen sollen, schließlich sind wir schon ein paar Tage da, und den Humor von Herrn Weber haben wir ja bereits bei anderer Gelegenheit kennengelernt. Die Pferde sind so groß wie Pferde nun mal sind. Natürlich ziemlich klein im Vergleich zu Elefanten. Alles ist eben relativ! Aber jedenfalls scheinen sie wenigstens lammfromm zu sein - oder steinalt, so genau kann ich das nicht beurteilen. Das Schlimmste ist eigentlich das raufkommen. Ich blamiere mich unsterblich, in dem ich den Umweg über den Zaun wähle. Bin halt unsportlich..... Natürlich haben wir auch jetzt wieder einen Guide (wer weiß, wo wir ohne landen würde) und der führt uns gemütlich durch die Anlage. Was im Klartext bedeutet, das er vorweg geht und wir folgen. Jedenfalls manchmal. Mein Pferd scheint nämlich keine Lust auf einen Ausritt zu haben (genau wie ich). Es dreht sich immer wieder um und strebt den heimischen Stall an. Wenn ich dann am Zügel ziehe, wie man es mir gezeigt hat, schnaubt es kurz verdrossen, zieht aber weiter unbeirrt seiner Wege. Der Guide muss ein paar Mal umdrehen und uns zurückholen. Vermutlich lacht er sich heimlich schlapp über mich. Ich hab so das Gefühl, das mit der Pferdepirsch können wir vergessen.....