Die Schatzkiste

Kleines und Feines, Schönes und Schräges, Witziges und Nachdenkliches. Kunst und Schmuck für die schönen Seiten des Lebens, die Geschichten dazu und ein paar private Gedanken.

Montag, 7. Juni 2010

Lokalkolorit

Und wieder mal ist ein Wochenende im ländlich-idyllischen Reinheim vorbei. So idyllisch war es allerdings diesmal nicht, denn es war ja Reinheimer Markt. Da wird die komplette "Innenstadt" für den Verkehr gesperrt und die Umleitung führt quasi durch meinen Hinterhof. Na ja, fast, jedenfalls. Wenn man den Westring zu Fuß überqueren will, muss man entweder sehr mutig oder stark suizidgefährdet sein. Eine Kombination von beiden Varianten ist praktisch die beste Voraussetzung, um an diesem Wochenende überhaupt das Haus zu verlassen. Um zum Beispiel mit dem Hund rauszugehen, dem Umleitungen, Blechlawinen und Menschenmassen völlig schnurz sind.

Und da man mit dem Auto nirgends so richtig hinkommt am Reinheimer Markt, war ich auf einen ruhigen Nachmittag an meiner Supermarktkasse eingestellt. Zwar hatte EDEKA den ganzen Ort mit reichlich Hinweisschildern bepflastert aber es war ja klar - wer nicht unbedingt musste, ließ sein Auto an diesem einen Wochenende stehen. So war es dann auch - ruhig. Trotzdem ist es mir gelungen, mich bei einem Teil der Bevölkerung reichlich unbeliebt zu machen. Weil - bei EDEKA gibts jetzt gerade Rubbellose. So als Promotion, zur WM. Hinter den Rubbelfeldern verbergen sich kleine Tröten und wenn jemand 4 Stück davon freigerubbelt hat, bekommt er an der Kasse - tööööörrrröööööööö - genau! Eine Tröte. Übrigens heißen die Dinger auf  Neudeutsch nicht mehr Tröte sondern Vuvuzela. Ausgesprochen wird das Wuwusela aber das wisst Ihr ja schon alle. Jedenfalls - nachdem ich gefühlte 30 von den Dingern an die kleinen Monster verteilt hatte, ging es au unserem Parkplatz lauter zu als auf dem Deck eines Flugzugträgers.  Und ich konnte die genervten Eltern verstehen. Trotzdem: ich muss die Dinger ja verteilen, ob ich will oder nicht. Und nicht nur das - ich muss jedem auch noch erklären, wie es funktioniert. Als ob`s nicht draufstünde! Und die Tröten - äh Vuvuzelas verteilen. Und ungefähr 70 mal am Nachmittag erklären, dass man die eben nicht kaufen kann. Und die Rubbellose auch nicht. Und mir das Genörgele der Eltern anhören. Und immer schön lächeln dabei!
Trotzdem hat sich der Nachmittag gezogen wie Gummi. Bis ungefähr gegen 20.30 Uhr. Und pünktlich zu Feierabend war der Laden dann voll. Und ich alleine an der Kasse. Oh what a day!