Die Schatzkiste

Kleines und Feines, Schönes und Schräges, Witziges und Nachdenkliches. Kunst und Schmuck für die schönen Seiten des Lebens, die Geschichten dazu und ein paar private Gedanken.

Dienstag, 1. Februar 2011

Glück im Unglück.........oder: es gibt auch noch ehrliche Menschen

ich muss die New York Sache jetzt mal kurz unterbrechen und Euch etwas von meinem heutigen Tag erzählen. Schließlich ist das ja auch eigentlich der Sinn eines Blogs. Ein Internet-Tagebuch zu sein, meine ich.

Folgende Szene: ich komme aus der Fitnessbude meines Vertrauens und steige in`s Auto. Beim Losfahren bemerke ich, dass dort, wo sich normalerweise der linke Außenspiegel befindet, nichts ist. Sozusagen eine Leere, ein gähnendes Loch.  Ich  steige wieder aus und fahnde auf der Straße nach etwaigen Spiegelscherben und dem halben Gehäuse, das ist nämlich auch weg. Aber da ist nix. Bei dieser Aktion werde ich NICHT von einem vorbeirauschenden Laster, der die Strecke Reinheim-Fischbachtal offensichtlich für eine LKW-Teststrecke hält und mit affenartiger Geschwindigkeit durch den Ort brettert, überfahren. Der 1. Glücksfall sozusagen.  Sicherheitshalber und weil es ohnehin nichts zu finden gibt, steige ich wieder in meinen kleinen Panda und fahre los. Auf der halben Strecke nach Reinheim und bei ungefähr 110 Kmh stelle ich dann fest, dass da vorne an meiner Windschutzscheibe etwas flattert. Sieht aus wie so ein Zettel, auf dem die Wirte die Zeche ausrechnen. Und richtig, ganz oben erspähe ich auch das Logo einer mit persönlich bekannten Brauerei aus der näheren Umgebung (persönlich bekannt, weil die  einmal im Jahr eine geile Party veranstalten und nicht weil ich so viel Bier trinke). Ein Wunder, das der Zettel nicht davon geflattert ist.........Glücksfall Nr 2. also. Zum Verdruss der anderen Verkehrsteilnehmer erst mal langsam fahren, damit das wertvolle Teil nicht doch noch verloren geht und an der nächsten Bushaltestelle raus. Und tatsächlich, eine Telefonnummer, ein Name und der Vermerk: bitte wegen Spiegel anrufen. Das nenne ich Glück im Unglück! Zuhause angekommen eile ich auch sogleich zum Telefon. Die Dame am anderen Ende ist ganz aufgeregt und entschuldigt sich 100 Mal wegen der Sache, während ich mich vermutlich genausu oft bedanke, dass sie mir den Zettel unter den Wischer geklemmt hat. Hätte sie ja nicht machen müssen, wenn sie einfach weggefahren wäre, hätte ich eben Pech gehabt. Und die ganze Zeit denke ich: diese Stimme kenne ich doch irgendwoher......Jedenfalls vereinbaren wir, dass ich morgen gleich in die Werkstatt fahre und ihr die Rechnung  zukommen lasse. Und dann sagt sie: wenn Sie mich unter dieser Telefonnummer nicht erreichen, ich arbeite in Reinheim in der ******Apotheke. AHA! Und jetzt weiß ich auch, woher ich die Stimme kenne. Diese Apotheke ist nämlich keine 100 Meter von meiner Wohnung entfernt.  So ein Zufall, da muss ich nämlich morgen sowieso hin und Mutters Medikamente holen. Da kann ich die Rechnung dann gleich da abgeben....... Und übrigens freue ich mich total, dass es noch so ehrliche Menschen gibt!