Die Schatzkiste

Kleines und Feines, Schönes und Schräges, Witziges und Nachdenkliches. Kunst und Schmuck für die schönen Seiten des Lebens, die Geschichten dazu und ein paar private Gedanken.

Montag, 21. Mai 2012

Mütter (mal wieder....) Untertitel: der Kampf mit dem Rasenmäher

Vor ein paar Wochen war es soweit: nach vielen Jahren unermüdlichen Mähens hat mein guter alter Rasenmäher endgültig das Zeitliche gesegnet und ist in die ewigen Jagdgründe eingegangen. Vielleicht hätte irgendjemand mir - der unbedarften und noch dazu blonden alleinmähenden Singelfrau - einmal sagen können, dass so ein Rasenmäher ab und zu ein bisschen Öl braucht.... Dummerweise hat die Neuanschaffung eines neuen Mähers geraume Zeit in Anspruch genommen (da die alleinmähende Blondine keine große Erfahrung im Einkauf von Rasenmähern hat. Snickers - wenns mal wieder länger dauert....). Das Gras (die Bezeichnung "Rasen" ist im Zusammenhang mit meinem Garten eher hochtrabend) ist in dieser Zeit weiter gewachsen - ebenfalls unermüdlich. Inzwischen reichte es mir bis ans Knie. Luna, meine Beagelin, betrat den Garten nur noch unter Protest. Die langen Halme pieksten sie am Bauch. Jedenfalls heute ist es soweit. Der neue Mäher ist da und dank @migowa auch zusammengebaut. Ich also in die Gartenklamotten. Mit der linken Hand den Sicherheitshebel ziehen, mit der rechten den Startzug (oder wie auch immer dieses Teil korrekt heißt). Geht ganz schön schwer. Schwerer als beim alten Mäher. Viiiiel schwerer! Dementsprechend brauche ich auch etliche Versuche, bis der Mäher endlich anspringt. Begleitet wird das Ganze von den überaus kritischen Blicken meiner Mutter. Die hat Beobachtungsposten auf dem Balkon bezogen. Aus sicherer Entfernung bedenkt sie mich mit wohlmeinenden Ratschlägen. Zu dem Zeitpunkt bin ich dann schon ein ganz klein wenig genervt..... Nach dem gefühltem 10. Versuch springt das Teil endlich an. Zum Glück ist es ziemlich laut und absolut in der Lage, unerwünschte Kommentare zu übertönen. Ich also los, die erste Bahn mähen.. Erst mal am Rand, wo das Gras noch nicht ganz so hoch ist. Der Mäher fährt alleine und zwar ganz schön schnell.....und ich im Tiefflug hinterher. Und ungebremst in den Zaun zum Nachbargrundstück. Vor Schreck lasse ich den Sicherungsbügel los und der Mäher geht aus. Macht nix, denke ich, der Fangkorb ist ohnehin voll. Also erst mal ausleeren. Dummerweise beginnt jetzt das Spiel mit dem Zugseil von neuem. Geht irgendwie auch nicht besser als beim ersten Mal. Nur, dass ich schon weniger Kraft im Arm hab. Vielleicht sollte ich mein Boxtraining intensivieren....... Während meiner zahlreichen - vergeblichen - Startversuche zähle ich 7 mal die Frage meiner Mutter, ob ich denn auch die Bedienungsanleitung gelesen hätte. Hab ich. Letzte Woche schon. Endlich springt der Mäher an. Ich mähe eine Bahn, der Korb ist voll. Sicherheitsbügel loslassen, Motor geht aus.... Korb leeren, versuchen Mäher wieder anzulassen. Zwischendurch atmen nicht vergessen. Mutter auf dem Balkon: "was ist das denn für ein schwarzer Fleck auf dem Garagendach?" ich: "ich weiß nicht und ich kann jetzt auch grad nicht gucken". Mutter: "das ist aber ein großer Fleck - muss der da sein?" ich: "ich schau nachher mal....." wenn das ein Comic wäre, würden jetzt kleine Rauchwölkchen aus mein Ohren kommen....... Unnötig zu erwähnen, dass ich immer noch versuche, den Rasenmäher anzulassen. Endlich tuckert er los und ich stürze mich mit einem Wutschrei auf die nächste Bahn. Da ist das Gras schon viel höher, was den Mäher veranlasst mitten drin einen trockenen Huster von sich zu geben und auszugehen. Ich werte das als persönlichen Angriff auf meine Person und kündige dem Teil postwendend die Freundschaft. Aber erst mal den Korb ausleeren..... Da mir der Arm weh tut, beschließe ich, zu drastischen Mitteln zu greifen. Mit 2 Kabelbindern befestige ich den Sicherheitsbügel am Griff - jetzt kann der Mäher nicht mehr einfach ausgehen, allerdings hat sich die Sache mit der Sicherheit auch gerade erledigt. Mutter auf dem Balkon: "der Fleck bewegt sich! Guck doch mal, was das ist!" ich erwäge kurzzeitig mir eine Wohnung im benachbarten Ausland zu suchen. Ohne Garten. Und ohne Mutter..... Statt dessen presse ich ein: "ich kann jetzt nicht" durch die Zähne und reiße wieder an dem Zugseil. Und oh Wunder, das Ding springt an - beim ersten Versuch! Ab jetzt läuft es besser. Ich mähe meine Bahn und leere den Korb aus, ohne dass der Motor ausgeht. Dadurch höre ich auch die Anregungen und Kommentare vom Balkon nicht mehr. Als ich dann endliche fertig bin, hat sich Mutter ins Haus verzogen. Alles ist wieder im normalen Bereich. Als Fazit habe ich ein paar Gartenregeln festgelegt. 1. lasse das Gras nie höher werden als 15 cm. 2. falls es doch noch einmal höher wird, kaufe ein Schaf. Übrigens: der ominöse schwarze Fleck auf dem Garagendach erwies sich als die Katze unserer Nachbarn....